
Ein Imbiss im niederländischen Sittard ist nach einem ungewöhnlichen Fund geschlossen worden.
In dem Lokal im Stadtteil Stadbroek entdeckte die Polizei neben Lebensmitteln auch Drogen und große Mengen an Potenzmitteln. Auslöser der Kontrolle Ende Januar 2020 waren anonyme Hinweise.
Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler in der Küche 7,4 Gramm Haschisch. In der Jacke des Sohnes lagen zusätzlich ein halbes Gramm Kokain, weitere fünf Gramm Haschisch sowie mehrere Pillen.
Die Funde deuteten aus Sicht der Behörden auf mehr als bloßen Eigenbedarf hin. Darüber hinaus stellten die Beamten drei Digitalwaagen, rund 13.000 Euro Bargeld, 750 Erektionspillen und 259 Gels zur Potenzsteigerung sicher.
Die Kombination aus Drogen, Hilfsmitteln und Bargeld verstärkte den Verdacht auf einen organisierten Verkauf aus dem Imbiss heraus. Im April 2020 ordnete der damalige neue Bürgermeister von Sittard-Geleen, Hans Verheijen, eine zwölfmonatige Schließung an und entzog die Gaststättenerlaubnis.
Grundlage war das Opiumgesetz, da die Mengen als für den Handel bestimmt eingeschätzt wurden. Die Betreiber wehrten sich gegen die Entscheidung und bezeichneten sie als unverhältnismäßig.
Die Waagen seien Küchengeräte, Erektionsmittel fielen nicht unter das Opiumgesetz und eine so lange Schließung komme einer endgültigen Stilllegung gleich. Das oberste Verwaltungsgericht bestätigte später einen Entschädigungsanspruch der Eigentümer.
Ausschlaggebend war jedoch nicht die Schließung selbst, sondern die unangemessen lange Dauer des Verfahrens. Die Entschädigung wurde auf 1.333,33 Euro pro Person festgesetzt.
Quelle: Aachener Zeitung
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