Symbolbild


Schon oftmals wurden in den vergangenen Wochen und Monaten Hoffnungen in uns geweckt, dass es vielleicht doch früher als geplant wieder mit Events und Veranstaltungen losgehen könnte. In den meisten Fällen wurden diese Hoffnungen zwar schnell wieder begraben, doch es gibt immer mehr Fortschritte. Ein Testkonzert in Barcelona bringt uns das Licht am Ende des Tunnels nun erneut ein Stück näher.

Ende März fand das besagte Konzert der Indie-Poprock-Band Love of Lesbian im für 24.000 Menschen ausgelegten Palau de Sant Jordi statt. Natürlich wurde diese Kapazität nicht ausgeschöpft, aber immerhin 5.000 Gäste waren damals anwesend, die dicht an dicht standen und freudestrahlend tanzten. Alle hatten am Vormittag zuvor einen Antigen-Test absolviert. Begleitet wurde dieses “historische Ereignis” von diversen Wissenschaftlern, die die Auswirkungen der Veranstaltung untersuchten und nun ihre Resultate bekanntgaben.

Die wichtigste Erkenntnis sei demnach, dass es – entgegen vieler Behauptungen – durchaus möglich ist, viele Menschen in einem kurzen Abstand schnell und geordnet zu testen. Die wichtigste Frage lautet aber: Gab es Corona-Infektionen, die auf das Testevent zurückzuführen sind? Boris Revello von der Universitätsklinik Germans Trias i Pujol hat die Antwort darauf: “Höchstwahrscheinlich hat sich beim Konzert tatsächlich niemand angesteckt, auch wenn zwei Wochen danach sechs Konzertbesucher positiv getestet worden sind”, so Revello. Vier dieser Infektionen seien aber nachweislich nicht auf das Konzert zurückzuführen. Bei den anderen zwei Fällen könne man den genauen Infektionshergang nicht gänzlich rekonstruieren. Aufgrund der FFP2-Maskenpflicht sowie der eingehaltenen Hygiene- und Abstandsregeln sei eine Infektion während der Veranstaltung allerdings sehr unwahrscheinlich. Das Konzert sei auf keinen Fall ein “Superspreading-Event” gewesen, so ein Kollege von Boris Revello, Josep Maria Llibre.

Die Mediziner lobten zudem, dass sich die Besucher an die Vorgabe gehalten hätten, keine Grüppchen zu bilden und die Masken durchgehend zu tragen. Dies offenbare aber parallel auch die größte Schwachstelle des Versuchs: Den Leuten war bewusst, dass es sich um ein Testkonzert handelte, das im Nachhinein wissenschaftlich analysiert wird. Ob die Menschen bei einem “regulären” Konzert ähnlich vorbildlich und pflichtbewusst an die Sache herangegangen wären, bleibt unklar. Darüber hinaus müsse auch erwähnt werden, dass in der Halle nur 5.000 statt 24.000 möglichen Besucher anwesend waren. Man arbeitete zudem mit verstärkter Lüftung und den angesprochenen FFP2-Masken. Die wissenschaftliche Analyse gilt also erst einmal nur für dieses konkrete Setting.

Abschließend blicken die Forscher aber optimistisch dem Sommer entgegen. “Wir lernen, wir tasten uns an die Möglichkeiten heran”, so der Chef der Stiftung zur Erforschung von Aids und anderen Infektionskrankheiten, Bonaventura Clotet.

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Quelle: Tagesschau