Insolvenz droht: Techno-Club muss 30.000 Euro Corona-Hilfen zurückzahlen

Der Rostocker Kultclub Bunker steht vor einer existenziellen Krise. Grund ist eine Rückforderung aus dem Corona-Förderprogramm „Neustart Kultur“: Knapp 30.000 Euro sollen bis zum 10. Juni 2026 zurückgezahlt werden. Sollte das nicht gelingen, droht dem Club die Insolvenz.

Nach Angaben der Betreiber wurden die Fördergelder während der Pandemie vollständig und zweckgebunden an auftretende Künstler weitergeleitet. Jahre später werden diese Zahlungen dem Club jedoch offenbar als eigene Einnahmen angerechnet. Für den kleinen Subkulturort auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft ist die Summe kaum zu stemmen.

Der Bunker prägt seit seiner Wiedereröffnung 2008 die Rostocker Szene. Neben Techno-, Rock- und Indie-Partys finden dort auch Pub-Quiz, Kinoabende, Poetry Slams und weitere Kulturformate statt. Die Eintrittspreise liegen meist zwischen fünf und zwölf Euro.

Am vergangenen Wochenende reagierte die Szene mit zwei „Rettet den Bunker“-Partys. Fünf Live-Bands, 25 DJs und zahlreiche Ehrenamtliche bespielten alle drei Floors des Clubs. Dabei kamen rund 10.000 Euro zusammen. Zusätzlich brachte eine GoFundMe-Kampagne bereits mehr als 16.000 Euro ein.

Der Fall verweist auf ein größeres Problem: Viele kleine Clubs kämpfen noch immer mit den Nachwirkungen der Pandemie, gestiegenen Kosten und unsicheren Förderstrukturen. Wenn nun Gelder zurückgefordert werden, die nicht beim Club verblieben, sondern an Künstler ausgezahlt wurden, trifft das besonders jene Orte, die ohnehin mit geringen Rücklagen arbeiten.

Quelle: Loop Rituals

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