
Wir sind zurück mit den ARTE-Tipps des Monats und drei Empfehlungen aus der ARTE-Mediathek. Im Dezember 2025 haben wir für euch: Eine neue Folge Twist und die Frage nach der Kunst der Leichtigkeit beim Feiern, spannende Einblicke in die alternative irische Elektro-Szene und eine Dokumentation über den visionären Pop-Geist von Fleetwood Mac.
ARTE Twist: Die Kunst der Leichtigkeit
Twist stellt diesmal die Frage nach der Leichtigkeit – und beginnt dort, wo man sie am wenigsten vermutet: im harten Techno. Die Folge begleitet Anna Reusch auf dem Amsterdam Dance Event, wo sie mit kompromisslosen Sets ganze Hallen in Bewegung versetzt. Zwischen treibenden Beats und Tunnelblick erzählt sie, wie schwer es ist, in einer Szene voller Druck und Dauerpräsenz die eigene Balance zu bewahren. Rückzug findet sie ausgerechnet fernab des Clubs, auf einem Hof in Dänemark – ein Gegenpol, der ihr hilft, nach Nächten voller Energie wieder zu sich zu kommen.
Daneben streift Twist weitere Künstler*innen, die auf ihre Weise nach Leichtigkeit suchen: Illustrator Christoph Niemann, der sich durch Zweifel zeichnet, bis Ideen endlich fliegen; Ballerina Max Richter, die zeigt, wie viel Disziplin hinter scheinbarer Mühelosigkeit steckt; und Vincent Leroy, dessen schwebende Installationen über Paris mit Wind und Licht tanzen.
Die Folge findet ihr hier.
ARTE Tracks: Die neue irische Elektro-Szene
Tracks reist nach Irland – dorthin, wo eine junge Szene elektronische Musik und jahrhundertealte Traditionen miteinander verschmilzt. Unter dem Begriff „Trad-Futurismus“ formiert sich eine Generation, die den Klang ihres Landes aus dem Schatten des Kolonialismus holt und ihm mit Ironie, Selbstbewusstsein und technoidem Druck ein neues Gesicht verpasst.
Die Performance-Kollektiv ACID GRANNY mischt Synthesizer, Bodhrán und irische Dudelsäcke zu anarchischen, fast dadaistischen Live-Acts. Sängerin ROIS bringt den uralten „Sean-Nós“-Gesang sowie die rituelle Trauerarbeit der Keening Women in elektronische Produktionen zurück – roh, intim und aufgeladen. Lullahush wiederum verbindet Field Recordings der irischen Landschaft mit experimentellen Arrangements und lässt traditionelle Melodien von lokalen Musiker*innen neu aufleben.
Die Folge findet ihr hier.
Fleetwood Mac: Zeitloser Pop
ARTE zeigt eine neue Dokumentation über Fleetwood Mac – eine Band, deren Geschichte kaum dramatischer, zerrissener und zugleich einflussreicher sein könnte. Von den bluesgetränkten Londoner Anfangsjahren der 60er über spirituelle Krisen, Exzesse und ständige Neubesetzungen bis hin zu den kalifornischen Pop-Triumphen der 70er verfolgt der Film den turbulenten Weg der Gruppe, die mit „Rumours“ eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten schuf.
Im Mittelpunkt stehen die kreativen Achsen der Band: Christine McVie und Stevie Nicks, deren Songs – intim, kraftvoll und oft schmerzhaft ehrlich – Fleetwood Mac nicht nur auf Weltniveau hievten, sondern beide zu feministischen Ikonen machten. Mit dem Einstieg des Duos Nicks/Buckingham fand die Band ihre wohl entscheidende Balance: kalifornische Magie trifft britisches Songwriting – ein Spannungsfeld, das Hits wie „Dreams“, „The Chain“ oder „Go Your Own Way“ hervorbrachte.
Die Doku lässt Zeitzeug:innen wie Alex Kapranos, Weyes Blood oder Buzzy Lee zu Wort kommen und zeigt, wie tief die Klangsprache von Fleetwood Mac bis heute reicht – auch weit über den Rock hinaus. Nicht zufällig tauchen ihre Melodien und Harmonien immer wieder in elektronischen Reworks und Edits auf, die in Clubs und DJ-Sets neue Kreise ziehen.
Hier geht es zur Dokumentation.
ARTE-Mediathek – Elektronische Musik und Clubkultur auf einen Klick
Die ARTE-Mediathek ist längst zu einem der wichtigsten digitalen Räume für elektronische Musik und zeitgenössische Clubkultur geworden. Unter „ARTE Concert“ bündelt der Sender exklusive Festivalmitschnitte, Clubnächte und DJ-Sets. Dazu erhält man dank Formaten wie „Tracks“ oder „Twist“ profunde Einblicke in Szenen, die sonst oft im Verborgenen bleiben. Von Techno aus Berlin, Paris und Tbilissi über experimentelle Elektronik bis hin zu Dub, Ambient oder Rave-Archäologie bietet ARTE ein kuratiertes Programm, das Kulturgeschichte und Gegenwart miteinander verknüpft.
Einen Überblick auf das gesamte Programm erhaltet ihr in der ARTE-Mediathek unter www.arte.tv.
Foto: Steffane Lui