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Mit „Assume Form“ veröffentlicht James Blake sein viertes Album. Der Autor dieser Zeilen hat ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis zu dem englischen Songwriter und Producer. Seine Songs schweben in einer Twilight-Zone, zwischen großartig und einfach nur einschläfernd. Dieser schmale Grad findet sich auch hier auf dem neuen Werk wieder. Während der Introsong – der Titeltrack – wirklich unglaublich intensiv, fragil und umarmend mit Piano und Gesang startet, dann sich wieder Blake-Typisch in diversen Schichten verläuft und epische Streicher auspackt, startet der Nachfolger „Mile High“ mit Travis Scott und Metro Boomin mit leichtem Autotune-Gesang. Puh. Warum eigentlich? Diese totale Unsexy-Element, um am Puls der zeit zu sein? Gerade in seiner dezenten Variante hier mit Soul-Anstrich nervt er besonders, zerstört die Atmosphäre und zieht runter. Hat man eh schon schlechte Laune, wird es kritisch, man sollte schon seelisch stabil sein. Nach diesen beiden Songs plätschert es erst mal weiter. Hier fehlt ein Stück Aura und Ausstrahlung, man hört den Noten zu, vergisst sie schnell wieder. Wir halten inne bei „Are You In Love“, das dann wieder zur guten Seite pendelt. Charmant, eindringlich, ein Hauch Pathos und voller Seele, so geht es! Ein weiteres Highlight auch „Where’s The Catch?“ mit Andre 3000, das fast schon heiter bis luftig am Pianolauf vorbeijoggt und sich abwechselnd hochschaukelnd zwischen Andres Sprechgesang und Blakes Gesang. leider verflacht es danach auch wieder etwas, das finale „Lullaby For My Insomniac“ zieht wieder nach oben weil es so sehr konsequent Blake haucht. Und so steht der Autor also auf diesem schmalen Grad zwischen Applaus und Langeweile. 5/10 Dieter Horny