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Jean-Michel Jarre – Oxygene 3 (Sony)

Solche Dimensionen einer Karriere sind selten: 40 Jahre nach seinem weltweit bahnbrechenden Album „Oxygene“, das die Musikwelt nachhaltig geprägt hat, und fast 20 Jahre nach dem Nachfolger „Oxygene 7-13“ verfolgt Elektronikpionier Jean-Michel Jarre seine konzeptorientierte Kompositionsweise im brandneuen Album „Oxygene 3“ weiter. Für diese Platte stand der französische Altmeister nach langer Zeit wieder alleine im Studio, denn bei beiden jüngsten Kollaborationsplatten „Electronica 1: The Time Machine“ und „Electronica 2: The Heart of Noise“ aus 2015 und 2016 arbeitete er mit zahlreichen anderen hochkarätigen Künstlern zusammen – unter anderem mit Boys Noize, Siriusmo, Sébastien Tellier, Yello und Peaches. Mit „Oxygene 3“ vervollständigt Jean-Michel Jarre nun eine Alben-Trilogie. Das Album enthält sieben kürzlich aufgenommene Neukompositionen, die folgerichtig als Parts 14-20 betitelt wurden. Jarres Inspiration für die neuen komplettierenden Tracks nährt sich nicht aus Nostalgie. Vielmehr wollte er sein Kult-Werk in die Gegenwart führen, mit zahlreichen Bezügen zu seinem Gesamtwerk. Einige Live-Auszüge gab es schon auf seiner derzeit laufenden „Electronica“-Worldtour, die der Arenen-Magier in gewohnter Weise großformatig spielt. Wer Jarre kennt, wird die Genealogie des neuen Albums erkennen – und feiern, dass es mit evolutionierter Genetik ebenso reduziert, von den für Jarre typischen Lasersynth-Sounds getragen, kosmisch-trancig daherkommt wie die Vorgänger. In den sieben neuen, epischen Tracks kommen Fans definitiv auf ihre Kosten, denn experimentell ausgetobt scheint sich Jarre schon auf den Kollabo-Platten zu haben. „Oxygene 3“ ist keine Überraschung, hält aber was es verspricht, es ist der würdige dritte und Jarres eigener Entwicklung treue Part der Reihe. „Oxygene 3“ erscheint auf CD, Vinyl und als „Oxygene“-Trilogy Box-Set. In der Box finden sich alle drei Alben auf CD und Vinyl. Zusätzlich umfasst sie ein großformatiges, aufwendig gestaltetes Buch mit seltenen Fotos und Notizen zur „Oxygene“-Geschichte. / Csilla Letay