Borat ist back. Wer jetzt nicht jubelt, hat auch nie bei Monty Phython gelacht. Sind wir doch mal ehrlich: Schauspieler, die polarisieren, sind selten in der heutigen Zeit. Die meisten Aktuere sind zu stromlinienförmig geworden, zu glatt. Da freut es mich persönlich sehr, dass Sacha Baron Cohen immer noch Filme dreht oder noch drehen darf. Obschon ich „Borat“ um einiges gelungener fand als „Brüno“, muss man ihm seine Motivation, die allgegenwärtigen Vorurteile der US-Amerikaner gegen andere Kulturen, Religionen und sexuelle Ausrichtungen bloß zu stellen, hoch anrechnen. Und amüsant ist es ja auch noch.


Nun gut, um mal zum Inhalt zu kommen, im dritten SBC-Film geht es nicht um kasachische Journalisten oder schwule Alpenbewohner, „Der Diktator“ handelt von General Aladeen (Sacha Baron Cohen), der im frauenfeindlichen, afrikanischen Staat Wadiya sein Volk unterjocht. Als die UN sein Atomprogramm stoppen will, tritt er eine Reise zu dem Geburtsort von Aids (= New York) an, um dort vor den Vereinten Nationen eine Rede zu halten und jedem zu erklären, dass er mit seinem Atomprogramm nur friedliche Zwecke verfolgt. Kaum in den USA eingetroffen, wird Aladeen gekidnappt und seines Bartes beraubt. Mit dem Ergebnis, dass ihm niemand glaubt, der gefürchtete Diktator aus Wadiya zu sein. Leider muss SBC in seinem neuesten Film auf seine schärfste Waffe verzichten: Die Reaktionen von uneingeweihten, arglosen Amerikanern, die nicht wissen, dass ihr Gegenüber eine Kunstfigur ist. Dennoch macht „Der Diktator“ viel Spaß, wenn auch einige Gags nicht viel mehr als Kalauer sind.