Über die Ambitionen des 2006 wiederbelebten Labels Harthouse kann man sich nur freuen. So nach und nach kommen wieder alle Protagonisten aus den goldenen Techno-Zeiten ins Boot und stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass sie immer noch wissen, wo der Hammer hängt. Aktuelles Beispiel: Joey Beltram. Den kennt man zwar in erster Linie von R&S, Tresor oder Transmat, doch hat sein neues Release durchaus das Zeug dazu, ihn zukünftig auch als einen der führenden Harthouse-Acts zu sehen. “Shaking Trees” heißt das gute Werk und stellt direkt mit der A-Seite so ziemlich alles in den Schatten, was in Technowelt in der letzten Zeit veröffentlicht wurde. Anfangs macht sich eine energische 303-Line zu dreckigen Drums breit und wird dann ziemlich schnell begleitet von allerlei hochdramatischen Strings, Bässen, warnenden Signalsounds, LFO-Modulationen, Rauschen, Videogame-Sounds und an den Nerven zerrenden Flächen, die dem Track eine Intensität verleihen, die man vielleicht im Ansatz von Audions “Mouth to Mouth” kennt, in diesem Fall aber noch einiges draufsetzt, so dass ich mich doch sehr täuschen müsste, wenn dies nicht der ganz große Hit des Winters wird. Shaking Trees? Ich könnte mir noch ganz was anderes dazu schütteln. Als Zugabe gibts auf Seite B noch einen etwas minimaleren, schwebenden Track, der wie eine etwas gradlinigere, bösere Version diverser Matthew Jonson-Tracks klingt. Auch wirklich gut, aber hey – die A-Seite! Hammer. (6/6) Sanomat