
Mit „Private Dancer“ veröffentlicht die Berliner House-Institution Johannes Albert erstmals seit sechs Jahren ein neues Clubalbum – das zugleich das Debüt auf Permanent Vacation ist. Wir haben mit dem Frank-Music-Gründer einen kurzen Schnack zur neuen Platte gehalten, die klassischen House mit modernen Twists versieht.
Johannes, nach sechs Jahren bist du zurück mit einem neuen Clubalbum. Was war deine Intention?
Es ging um eine Werkschau. Die Musik, die ich aktuell fühle. Es ist nun ein klassisches House-Album geworden. Elf Stücke, die sich alle um das Thema House drehen mit all seinen Facetten. Gerne deep, aber nie mit Scheuklappen.
Es heißt, das Album sei ein „Statement“. Magst du das ein wenig ausformulieren?
Die letzten Jahre waren geprägt von sehr „alarmigen“ Sounds, ich wollte mal wieder etwas für die Seele reinfahren. Der Gegenpol. Mehr Wärme und vom Tempo her deutlich runterfahren. Bei 132 BPM hast du einfach nicht DEN House-Groove, den ich so mag. „Private Dancer“ ist ein Statement für die entspannteren Töne im Club. Ein Album nicht für die aktuelle Kalenderwoche, sondern Musik, die sich über die Zeit entwickeln und reifen soll.
Ein Release auf Permanent Vacation musste ja irgendwann mal kommen. Auch dank deines langjährigen Buddys Iron Curtis?
Benji vom Label hatte mich nach einem Album gefragt. Ist schwer, da Nein zu sagen als Permanent-Vacation-Fanboy erster Stunde. Wenn du dann noch ein Feature mit Iron Curtis produzierst, ist das natürlich die Kirsche auf der Sahnetorte.
Nach 15 Jahren als Producer hast du deine Balance längst gefunden. Aber dennoch: Welche zeitgenössischen Twists bietet „Private Dancer“? Wenn man sich den Titeltrack anhört, ist das ja fast schon ein minimaler Ansatz im Sinne von: keine Akkordwechsel! Hätten wir früher so nicht gemacht. Beim Stück „Follow The Strings“ knallt die 909-Kick genauso, wie sie eben 2025 knallen muss. Ich arbeite aktuell fast ausschließlich „in the box“. Keine Reproduktion des Analog-Sounds der 90er-Jahre, sondern sound-technisch konsequent im Hier und Jetzt.
Die LP begeistert auch dank illustrer Kollaborationen. Magst du ein, zwei Besonderheiten hervorheben?
Ich arbeite im Studio am liebsten mit Freunden zusammen, mit Helen Salvin hatte ich schon Remix-mäßig zu tun, und mit BIesmans und Iron Curtis quatschen wir meistens mehr, als Musik zu machen. Das ist am Ende die beste Basis.

„Private Dancer“ ist am 6. Juni via Permanent Vacation erschienen.