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Mein lieber Johannes Heil, du bist ein relativ schwieriger Zeitgenosse. Allerdings oder gerade deshalb ein begnadeter Musiker. Menschen mit Ecken und Kanten sind mir lieber als Ja-Sager. Ich begleite deine Musik nunmehr seit deinen ersten VÖs auf Kanzleramt und deinem ersten Album „Reality to Midi“. Zwischendurch habe ich dich produktionstechnisch ein wenig aus den Augen verloren. Mea culpa. Umso mehr freuen mich deine frischen Produktionen auf deinem Label Exile. Hier nun nach vier Jahren Pause das
neue Album. Du hast es in insgesamt 10 „Scenes“ aufgeteilt. „Scene One“ ist ein neugierig machendes Intro auf mehr. „Scene Two“ beginnt mit einer wunderschönen Fläche, gefolgt von 808-Patterns und weiteren Flächen. Dieses, wohl als zweites Intro gedachte Stück bleibt dabei düster und melancholisch zugleich, denn es kommt fast vollständig ohne Basslauf aus. In „Scene Three“ liegt der Focus eindeutig auf dem Dancefloor. Hier stimmt alles. Basslauf, Groove, HiHats und gerade die Clap mit ein wenig Delay. Die Kunst bei Technoproduktionen ist aus wirklich wenigen Elementen eine persönliche Note mit eigenem Groove zu erzeugen und das ist hier wirklich gelungen. Ich zähle nur 4 Noten. „Scene Four“ beginnt sofort mit dem Hauptthema und zwar sehr energiereich. Den Klangteppich, den du hier erzeugst, kann ich zugegebenermaßen sogar nach dem fünften Hören nicht wirklich deuten. Das Hauptthema klingt lieblich und verträumt zugleich. Irgendwie gedankenversunken. Deshalb mein Favorit. „Scene Five“ könnte genauso gut eine neue Planetary Assault Systems sein, ist sie aber nicht. Das Stück startet mit dem Hauptthema, das
zwischendurch noch ein wenig variiert, indem im Break eine düstere Fläche hinzukommt. Auch dies ist vollkommen ausreichend. Die HiHats sind ebenfalls bestens abgestimmt. „Scene Six“ ist ein eher unaufdringlicher Technotrack, der sich dem Albumtitel „Black Light“ widmet, wobei hier ein Vocalsample diesen Titel anpreist. Es erinnert mich leicht an Surgeons „Magneze“, was den Sound des Hauptthemas angeht. „Scene Seven“ ist ein eher nicht so starker Track, der wohl als Tool gedacht ist. „Scene Eight“ beginnt wiederum vielversprechend und widmet sich zunächst etwas zaghaft dem Mainpart. Dann setzt der Bass ein mit HiHats und Clap. Im ersten Break kommen Flächen gefolgt vom Hauptthema und dem Einsatz des Basslaufs. Ebenfalls ein Favorit des Albums. „Scene Nine“ erinnert mich wieder leicht an Planetary Assault Systems. Es wirkt sehr energetisch, ohne dabei aufdringlich zu sein. Die Parts mit den Flächen im Hintergrund gefallen mir dabei sehr gut. Das ganze harmoniert wirklich perfekt mit dem Hauptthema, dass kurze Zeit später wieder einsetzt. „Scene Ten“ ist ein Outro für dieses wirklich rundum gelungene Album. Anspieltipps: „Scene Three“, „Scene Four“, „Scene Eight“, „Scene Nine“. 10/10 Manuel Lauro