Der 1974 in Wien geborene, mittlerweile in Kalifornien lebende John Tejada zählt mit seinen zehn Alben und dutzenden Releases wie „Mono On Mono“ oder „Sweat On The Wall“ zu den wahren und geliebten Sound-Architekten seiner Zunft. Am 10. September erschien mit „The Predicting Machine“ sein nächstes Werk auf Kompakt.


Epische Spannungsbögen gepaart mit verstrickten Soundbauten und
einnehmenden Melodien – dies könnte man als typisch für John Tejada
bezeichnen. Die Fusion zwischen dem Wahl-Amerikaner und dem Kölner Label Kompakt begann bereits im vergangenen Jahr, als mit „Parabolas“ ein erstes Album Tejadas dort das Licht der Welt erblickte. Ein halbes Jahr dauerte nun die Produktionsphase für das FollowUp an. „Die letzten Teile haben sich Ende Mai zusammengefügt, und anders, als beim vorherigen Album stand das Label bereits fest. Das fühlte sich so an, als ob alles einen unmittelbaren Sinn habe. Kreativ hat mich das auf jeden Fall befreit.“ Das merkt man, klingt dieser Longplayer doch noch ein gutes Stück facettenreicher und tiefgründiger als „Parabolas“. Trotz all der komplexen Strukturen und Sounds hält Tejada bewusst auch Raum für Zufälle und Ergebnisse frei – für Dinge, die im normalen Ablauf an den Geräten nun mal unvorergesehen eintreten können. „Ich mag Titel, die Platz für viel Interpretation lassen, daher auch der Name ‚The Predicting Machine‘.

Diese eine Idee, die einem eine zeitlang im Kopf herumschwirrt, auf der baue ich auf. Dabei steigere ich mich in eine Art Rausch und schaue, was passiert. Alles in allem ein sehr organischer und intimer Prozess, der dort abläuft. Ich habe mich sehr viel tiefer in das modulare Produzieren hineingewühlt und viele neue Dinge ausprobiert, die einen großen Teil der Tracks auf dem Album inspiriert haben. Ich habe das Gefühl, von Album zu Album werde ich persönlicher.“

Das Ergebnis kann sich sehen bzw. hören lassen. Insgesamt zehn Tracks, die vom bleepy klingenden „A Familiar Mood“ bis zum atmosphärischen „When All Around Is Madness“ reichen. Dabei bleibt Tejada seinem Maintopic stets treu: dem Hang zu unglaublichen Melodien, teils schon mit Hymnencharacter. Den Albumopener „Orbiter“ releaste Kompakt am 08. Oktober als erste Single sowohl digital als auch auf Vinyl veröffentlichen. Darauf vertreten sind gleich zwei Versionen der ebenfalls in Los Angeles lebenden Simian Mobile Disco. Neben der geplanten Tour, die John Tejada sicher auch in deutsche Gefilde bringen wird, arbeitet er außerdem bereits an neuem Material für sein eigenes Label Palette Recordings. Angepeilt sind für den Rest des Jahres einige Kollaborationen. In diesem Jahr veröffentlichte er dort bereits mit Justin Maxwell die EP „Our Gigantic Mistake“. Josh Humphrey, mit
dem Tejada seit über 20 Jahren zusammenarbeitet, soll an der nächsten Produktion beteiligt sein. / Rafael Da Cruz

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