
Mit „Serotonin“ legt Joris Voorn ein Album vor, das nicht nur musikalisch facettenreich ist, sondern auch tief in persönliche Erlebnisse eintaucht. Entstanden über mehrere Jahre – zwischen Studio, Tourbus und dem Elternhaus in den Niederlanden – durchzieht das Werk ein Gefühl von Rückschau und gleichzeitiger Aufbruchsstimmung. Der Opener „Session One“, aufgenommen am Klavier seines verstorbenen Vaters, gibt diesem Album eine bemerkenswert intime Tiefe. Ein sphärisches, fast sakrales Stück, das leise in die Klangwelt des Albums hineinführt.
Im Kontrast dazu steht „Tomorrow“, eine schwebende House-Komposition, getragen von weichen Synth-Flächen und subtiler Percussion. Der Track atmet Hoffnung und Befreiung – ein musikalisches Ausatmen. Ähnlich emotional, aber strukturierter präsentiert sich „Burn“ mit Tom Walker, der mit seiner eindringlichen Stimme über warme Akkorde und präzise gesetzte Breaks singt. Hier zeigt sich Voorns Stärke, clubtaugliche Produktionen mit Songwriting-Qualität zu vereinen. Insgesamt gelingt ihm mit „Serotonin“ ein organisches, wohlklingendes Album zwischen Ambient, Melodic House und Techno – durchzogen von verschiedenen emotionalen Ebenen. Gefällt. 9 Trevor K