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Als ein Part des Elektroduos Filur fing 1999 für Kaspar Bjørke alles an. Gemeinsam mit Tomas Barfood releaste er vier Studioalben und tourte durch Europa, Japan und die USA. Sieben Jahre ist es nun her, dass der dänische DJ und Produzent sein erstes Soloalbum „Gumbo“ auf dem New Yorker Label Plant Music veröffentlichte. Mit „Standing Up On Utopia“ und „Fool“ folgten zwei weitere Platten im Alleingang. Neben seinen Tätigkeiten im Studio ist Kaspar zudem als Künstlermanager unterwegs. Seit 2008 managt er seinen Landsmann Trentemøller, zudem ist er Co-Manager der Band Reptile Youth. Zudem arbeitet der Musiker als erfolgreicher Remixer. Dies machte er besonders intensiv am Anfang seiner Karriere. Schon früh remixte er Tracks von Künstlern wie Moby, Darkness Falls, Ilya Santana oder WhoMadeWho. Im letzten Jahr erschienen auf der Platte „Remix Crusades“ seine besten Mixe aus den Jahren 2007 bis 2013. 2014 steht aber erstmal wieder im Zeichen seines neuen Albums. „After Forever“ veröffentlichte er Ende September auf hfn music. Uns hat er verraten, wie sich das neue Werk zu seinen vergangenen Arbeiten unterscheidet:

„Es ist ein langsameres, dunkleres und irgendwie auch kälteres Album als meine letzten paar Platten. Weniger discoorientiert und mehr konzentriert auf 80er-Jahre Synthesizer-Sound und Soundtrack-Vibe. Es gibt auf diesem Album Features, mit denen ich noch nie vorher gearbeitet hatte. So ist ein neuer Sound und eine neue Richtung entstanden…“. Die Kollaborateure für die neue Scheibe hat Kaspar Bjørke alle eigens via E-Mail oder Facebook kontaktiert und hatte das Glück, dass alle auf Anhieb mit ihm arbeiten wollten. Der Entstehungsprozess war insgesamt eine runde Sache: „Ich habe für das Album ungefähr ein Jahr gebraucht…von den ersten Demos bis zu den letzten Mixings und Mastering Sessions. Der Prozess war recht flüssig. Ich habe mit groben Ideen angefangen, manche auf meinem Laptop während des Reisens oder im Sommerhaus – und dann habe ich sie in meinem Studio und in New York aufgenommen.“. Mit dem Titel „After Forever“ für Album Nummer Vier verbindet Kaspar Musik und Malerei. Zwei Kunstformen, die für den Musiker perfekt harmonieren. „Es ist benannt nach einem Gemälde von dem amerikanischen Künstler John Copeland. Das Gemälde ist auch das Artwork des Albums. Ich bin ein großer Fan von Coplands und glücklicherweise ließ er mich sein Bild als Cover benutzen. Ich finde es hat eine großartige Atmosphäre mit so vielen Schichten und einem abstrakten Gefühl…so ist es bei der Musik ja auch manchmal, denke ich…“.

Das Vorgehen im Studio und das Entstehen von neuer Musik ist für den Dänen ein natürlicher Prozess. Die Arbeit an sich steht dabei im Hintergrund. „Darüber denke ich nicht viel nach. Ich habe meine liebsten Synthesizer und Drum Sounds um mich herum und wenn ich einen Track beginne, weiß ich was zu tun ist…vielleicht ist das Intuition, ich weiß es nicht…aber auf diesem Album habe ich definitiv versucht nicht meinen „siganture disco sound“ zu benutzen und woanders hin zu gehen, als auf meinen letzten Alben.“ Waren bei den vergangenen Albumaufnahmen die Discoszene ein wichtiger Part seiner Inspiration beim Aufnehmen, sind es bei „After Forever“ eher düstere, kühlere Sounds, die auf die Platte Einfluss nahmen: „Auf dieser Platte bin ich weggegangen von meinen gewöhnlichen Inspirationsquellen aus der Discoszene. Ich wurde mehr inspiriert von meinen Lieblingsmusikern aus den 80ern wie Madonna, Sade, Depeche Mode und The Cure und diesen düsteren Undergroundacts aus Frankreich wie f.ex. Ruth – die ganze kalte Waveszene, die damals entstand ist für mich sehr inspirierend.“

In diesem Monat kommt Kaspar Bjørke für zwei Gigs nach Deutschland. Köln und Berlin stehen in seinem Tourkalender. Verraten, was sich für diese Shows vornimmt, konnte er uns nicht, plant er seine Auftritte doch ungern vorher durch: „Ich plane nichts. Haha! Ich versuche mich auf meine DJ-Gigs nicht zu sehr vorzubereiten. Ich habe auf jeden Fall ein paar neue Remixe vom neuen Album im Gepäck, die ich spielen werde. Da ich keine Liveshows spiele, habe ich das Glück, dass ich nicht Monate mit Proben beschäftigt bin. Das ist eine Entscheidung, die ich früh getroffen habe…ich will einfach nur auflegen und nicht live spielen. Mit den ganzen gefeaturten Sängern wäre es viel zu viel Aufwand das Ganze zu koordinieren, um sie bei Liveshows dabei zu haben…“. Nach seinen Auftritten in Deutschland können wir uns gleich im November auf neuen musikalischen Input des Musikers freuen. Auch von seinem Nebenprojekt The Mansisters, das er gemeinsam mit Kollege Jón Atli Helgason aka Sexy Lexy macht, wird es etwas Neues geben: „Ich mache ein paar Remixe und dann eine neue EP mit The Mansisters. Außerdem produziere ich ein ganzes Album mit Jacob Bellens, das 2015 erscheinen wird. Die nächste Single von meinem neuen Album kommt im November mit ein paar großartigen Remixen – da freue ich mich drauf!“. / Verena Bolz

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