Kein safe place – fabric London mit schweren Vorwürfen konfrontiert

Kein safe place – fabric London mit schweren Vorwürfen konfrontiert

In den sozialen Netzwerken brennt die Luft. Zumindest in den Kommentarspalten einer verärgerten DJ und Raverin, die mit ihrer öffentlichen Kritik an Londons Kult-Club fabric einen Nerv getroffen zu haben scheint.

In einem Posting auf Instagram adressiert sie den Club direkt. „Ihr habt ein ernsthaftes Problem“, heißt es in der Überschrift. fabric müsse viel mehr Einsatz zeigen, seine Tanzflächen frauenfreundlicher zu gestalten.

„Dort stehen zu 90% Männer und diese treiben sich herum und belästigen die 10% der Frauen“, schreibt sie. „Euer ‚Don’t be a Creep‘-Merch zeigt das Problem auf, ist aber keine Lösung. Euer ‚Fuck off, I’m dancing‘-Merch ist eine Lösung, für die die Betroffenen zahlen sollen.“

Zwar habe sich der Club bei seiner Null-Toleranz-Politik gegenüber Drogen großartig geschlagen, doch sehe sie keine Bemühungen, die Tanzflächen zu Safe Spaces für alle zu machen. Auch das Sicherheitspersonal wird adressiert.

„Draußen gibt es tonnenweise beängstigende Securitys, von denen keiner gebrieft wurde, wie man Menschen richtig behandelt.“ Die Caption zu ihrem Posting updatet sie regelmäßig und ergänzt dort weitere Kritikpunkte.

„Nach 3 Tagen, nachdem dieser Beitrag veröffentlicht wurde, 1000 Story-Shares und über 300 Kommentaren und DMs von Leuten, die genau die gleiche Erfahrung entweder in derselben Nacht oder in einer anderen Nacht geteilt haben […], kann man mit Sicherheit sagen, dass dies ein GROSSES PROBLEM ist, das ein sofortiges Eingreifen erfordert.“

Sie werde gemeinsam mit weiteren Betroffenen eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung bei der Polizei einreichen und fordere andere Menschen auf, das Gleiche zu tun, „egal ob es dir, deiner Freundin oder deinem Freund passiert ist.“

In einem Update wird die junge Frau noch deutlicher und kritisiert auch Resident Advisor. „ Danke fabric für die mangelnde Antwort […] Vielen Dank auch an Resident Advisor, dass ihr euch geweigert habt, aufgrund eurer Verbindungen, darüber zu berichten. Nice one.“

Tatsächlich hat sich der Club erst nach zwei Wochen bei seiner Kritikerin gemeldet bzw. sie darum gebeten über die DMs im direkten Austausch zu klären, was passiert sei. Zu spät, beobachtet man die Reaktionen in den Kommentarspalten.

Abgesehen davon, dass sich ein Designer meldete, der fabric zusätzlich Ideenklau bzgl. des „Don’t be a Creep“-Merch vorwirft, berichten dort viele weitere Betroffene von ihren negativen Erfahrungen.

Auch hier erstrecken sich die Berichte vor allem von sexuellen Belästigungen, Bedrängung und weiteren Vorfällen mit dem Sicherheitspersonal. „Ich schäme mich als Mann, das hier alles lesen zu müssen“, resümiert ein User.

Auf ihrer eigenen Seite berichtet Paloma Ivanova, so ihr Name, von ihrem eigenen Erlebnis und teilt gleichzeitig weitere Erfahrungsberichte. Der Aufschrei ist ihr gelungen. Bleibt abzuwarten, wie ernst es Londons Clubszene ist, das Thema mit Aufwand und Kommunikation anzugehen.

 

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