Keine Techno-Partys mehr: Stadt verbietet Festivals an beliebtem See

Keine Techno-Partys mehr: Stadt verbietet Festivals an beliebtem See

Am Epplesee wird es künftig keine Festivals mehr geben. Die Stadt Rheinstetten hat entschieden, Veranstaltungen dieser Art am beliebten Badesee vollständig zu untersagen.

Besonders betroffen ist ein für den 14. Mai geplantes Techno-Event. Das Grashüpfer-Festival, das zuletzt regelmäßig am Ufer stattfand, kann in diesem Jahr nicht umgesetzt werden und wird nach einem Bericht der Badischen Neuesten Nachrichten verschoben.

Der Epplesee galt mit Wasser, Strand und großzügigen Flächen als attraktive Location für Musikveranstaltungen. Über Jahre hinweg zog er Besucher aus der Region an und entwickelte sich zu einem festen Punkt für elektronische Events.

Die Stadtverwaltung stellt nun klar, dass dies nie als Dauerlösung gedacht war. „Der Epplesee wurde unsererseits nie als dauerhafte Veranstaltungsfläche gesehen, sondern war immer nur eine vorübergehende Lösung“, erklärt Sozial- und Ordnungsamtsleiterin Julia Schorpp.

Als Gründe nennt die Stadt vor allem den Naturschutz und den regulären Badebetrieb. Auch die Parksituation spielte eine Rolle, da die Stellflächen von einem privaten Dienstleister betrieben werden.

Zudem verweist die Verwaltung auf eine Alternative: „Jetzt gibt es eine entsprechend attraktive Außenfläche am Messegelände mit der passenden Infrastruktur“. Dort fand bereits ein Konzert mit rund 75.000 Besuchern statt, künftig sollen Events dorthin verlagert werden.

Das Grashüpfer-Festival wurde 2022 an den Epplesee verlegt und fand nach pandemiebedingten Ausfällen zunächst in reduzierter Form statt. Neben Techno-Acts gehörte auch eine Yoga-Session am Vormittag zum Programm.

Trotz wachsender Beliebtheit gab es Diskussionen über die Belastung des Naherholungsgebiets. 2023 kamen rund 4.000 Besucher, auch in den Folgejahren blieb das Event gut besucht. Für die aktuelle Absage nennt das Festivalteam in einem Video eine „große Baustelle“ als Grund.

Die Stadt widerspricht jedoch und verweist darauf, dass Baumaterial für den Glasfaserausbau bis zum 31. März 2026 auf dem Parkplatz gelagert werde, eine Baustelle gebe es nicht. Die Verwaltung betont, dass man grundsätzlich keine Events mehr genehmigen werde:

„Wenn wir es einem erlauben, müssten wir es jedem erlauben“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Die Veranstalter suchten nach Alternativen, konnten jedoch keinen geeigneten Standort finden. Die Entscheidung zur Verschiebung sei „wirklich nicht leichtgefallen“, heißt es von Seiten der GACB GmbH.

Ein neuer Termin steht bereits fest: Das Festival soll am 27. Mai 2027 stattfinden. Tickets behalten ihre Gültigkeit oder können zurückgegeben werden. Der neue Ort bleibt vorerst geheim, angekündigt wird jedoch eine „atemberaubende Location“.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten

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