Ketamin-Rekordkonsum – lebenslange Haftstrafen geplant

Ketamin-Rekordkonsum – lebenslange Haftstrafen geplant. Foto-Quelle: Flickr. Credit: Daniel Foster

Rekordzahlen zum Konsum des Betäubungsmittels Ketamin als Freizeitdroge alarmieren derzeit die britische Regierung und Polizei. Pläne sehen vor, die Droge in die Klasse A hochzustufen und im Zusammenhang mit der Verbreitung der Substanz teilweise lebenslange Haftstrafen zu verhängen.

Besorgniserregend: Laut der britischen Regierung fallen die Zahlen des Konsums von Ketamin so hoch aus wie noch nie. Die geschätzten Zahlen, die sich auf einen Zeitraum von jeweils einem Jahr bis März 2023 und bis März 2024 beziehen, bieten für Polizei und Staat jetzt Anlass, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Die BBC berichtet von schätzungsweise 299 000 Menschen in Großbritannien, in einer Altersstufe zwischen 16 und 59 Jahren, die bis März 2023 Ketamin konsumiert haben sollen. Der Wert für das darauffolgende Jahr liegt mit 269 000 nur knapp darunter.

Die Popularität zum Freizeitgebrauch sei innerhalb der letzten Dekade stark angestiegen und das, obwohl neue Erkenntnisse hohe psychische und körperliche Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Konsum der Droge offenbaren, etwa irreversible Schäden an Blase und Nieren.

Deshalb wurde die Substanz im Jahr 2014 schon von der Klasse C in die Klasse B höhergestuft. Acht Jahr zuvor war Ketamin bereits in Klasse C hochgestuft wurden. Jetzt soll eine erneute Hochstufung in die Klasse A diskutiert und geprüft werden, um auf die Gefahren des Konsums hinzuweisen und Maßnahmen ergreifen zu können. Dazu möchte sich etwa Polizeiministerin Diana Johnson an den Advisory Council on the Misuse of Drugs, ACMD wenden, den britischen Beirat für Drogenmissbrauch.

Den Vorschlag der Polizeiministerin kündigte das britische Innenministerium jetzt an und zitierte, das Ketamin unter anderem oftmals in Pink Cocaine enthalten sei. Dabei handelt es sich um eine illegale Kombination aus Substanzen, die möglicherweise ebenfalls 2C-B oder auch MDMA aufweisen kann.

Der ehemalige Premierminister Boris Johnson zum Sachverhalt: „Ketamin ist eine extrem gefährliche Substanz, und der jüngste Anstieg ihres Konsums ist äußerst besorgniserregend“ (aus dem Englischen übersetzt) Johnson weiter: „Im Rahmen unseres Plans für Veränderungen und unserer Mission, die Straßen des Landes sicherer zu machen, werden wir in den Bereichen Gesundheit, Polizei und öffentliche Dienste zusammenarbeiten, um den Drogenkonsum einzudämmen und diejenigen zu stoppen, die von seinem Angebot profitieren.“ (aus dem Englischen übersetzt)

Die Pläne sehen unter anderem lebenslange Haftstrafen bei Herstellung und Lieferung von Ketamin vor. Im Falle des illegalen Besitzes sollen Haftstrafen bis zu sieben Jahre, unbegrenzte Geldstrafen oder beides herbeigeführt werden.

Das Beibehalten als Klasse-B-Droge setze falsche zeichen, etwa den Eindruck, dass die Droge sicher sei. Zuletzt gab es in Großbritannien zahlreiche Rauschgiftdelikte in verschiedenen Locations, als auch Todesfälle, bei denen Ketamin eine Rolle spielte.

In Deutschland unterliegt Ketamin nicht dem Betäubungsmittelgesetz, ist aber verschreibungspflichtig (Stand 2023).

Quellen: DJ Mag UK, Drugcom, MDR

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