Köln und Düsseldorf wollen Mikrohandel mit Drogen erlauben

Die Städte Köln und Düsseldorf wollen den sogenannten Mikrohandel mit harten Drogen in betreuten Einrichtungen ermöglichen. Die Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und Stephan Keller (CDU) fordern dafür neue rechtliche Grundlagen auf Bundesebene.

Konkret geht es darum, dass schwer drogenabhängige Menschen in speziellen Drogenhilfezentren kleinste Mengen etwa von Crack oder Heroin untereinander weitergeben dürfen. Ziel ist es, offene Drogenszenen aus dem öffentlichen Raum zu holen und Betroffene stärker an Hilfsangebote anzubinden.

Vorbild ist das Zürcher Modell, bei dem Konsum, Tausch und Verkauf kleinster Mengen in medizinisch betreuten Einrichtungen toleriert werden. Zürich verweist dabei auf weniger Beschaffungskriminalität, weniger öffentlichen Drogenhandel und einen besseren Zugang zum Hilfesystem.

Rechtlich ist der Vorstoß in Deutschland schwierig: Der Handel mit Betäubungsmitteln ist strafbar, Polizei und Staatsanwaltschaft müssen bei Verdacht ermitteln. Köln und Düsseldorf setzen deshalb auf eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes oder eine Experimentierklausel.

Kritik kommt vor allem aus betroffenen Nachbarschaften. Dort wird befürchtet, dass das Problem nicht gelöst, sondern nur verlagert wird – zumal mehrere geplante Suchthilfezentren in der Nähe von Schulen oder Kitas liegen könnten.

Quelle: WDR

Symbolbild: mit KI generiert

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