Festgenommen: Pärchen verkaufte Kokain auf Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt, Koks-Deals

Zwischen gebrannten Mandeln, Lichterketten und dampfendem Glühwein liegt der Duft von Zimt in der Luft. Kinder lachen, Paare schlendern Hand in Hand über den Platz, irgendwo dudelt leise Weihnachtsmusik. Alles wirkt wie aus dem Bilderbuch. Und doch spielte sich mitten in dieser Kulisse ein Geschäft ab, das so gar nicht zur besinnlichen Stimmung passt.

In Kärnten soll ein Trio über Monate hinweg Kokain verkauft haben. Und das nicht im Verborgenen, sondern ausgerechnet auf einem Weihnachtsmarkt. Der Ort, an dem sonst Kerzen, Schmuck und heiße Getränke über die Theke gehen, wurde laut Ermittlern zur improvisierten Verkaufsfläche für harte Drogen.

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Pärchen, das den Marktstand betrieben haben soll. Nach außen hin lief alles wie gewohnt: Kunden bedienen, kassieren, freundlich bleiben. Doch hinter der Fassade soll parallel ein zweites Geschäft gelaufen sein. Kleine Deals, unauffällig abgewickelt, eingebettet in den ganz normalen Trubel. Zwischen Punschbechern und Geschenkartikeln fällt ein diskreter Austausch eben weniger auf als in dunklen Ecken oder Clubs.

Versorgt wurde das Duo laut Polizei von einem deutlich älteren Mann. Ein 72-Jähriger, der im Hintergrund agiert haben soll und regelmäßig Kokain lieferte. Über Monate hinweg soll so eine beachtliche Menge in Umlauf gebracht worden sein. Das Pärchen kümmerte sich um die Weiterverteilung, portionierte die Ware und verkaufte sie weiter, teilweise auch gegen Eigenkonsum.

Die Struktur wirkt dabei fast schon klassisch: ein Lieferant, Zwischenhändler, Endverkauf. Nur der Ort macht den Unterschied. Statt Hinterhof oder Szene-Bar eben Weihnachtsmarkt. Öffentlich, belebt, scheinbar harmlos.

Die Ermittlungen liefen bereits seit längerer Zeit. Schließlich griff die Polizei zu. Anfang März wurde zuerst das Paar festgenommen, kurz darauf auch der mutmaßliche Lieferant. Für die Beteiligten endete das Geschäft abrupt. Aber da war der Markt längst Geschichte, die Spuren führten aber weiter.

Der Fall zeigt, wie sehr sich der Drogenhandel anpasst. Orte, die eigentlich für Gemeinschaft, Konsum und Unbeschwertheit stehen, werden zur Tarnung. Je normaler die Umgebung, desto leichter lässt sich darin verschwinden. Oder anders gesagt: Manchmal steckt mehr unter der Oberfläche als Glühwein und Lichterglanz.

Quelle: kaernten.orf.at

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