Symbolbild


Um Cannabis an eine geringe Zahl an Erwachsene abgeben zu können, will der Berliner Senat einen Antrag für ein Modellprojekt stellen. Das Projekt soll von der rot-rot-grünen Koalition auf den Weg gebracht werden. Dabei wird ein Antrag an das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfrArM) gestellt. Catherina Pieroth, die Sprecherin für Gesundheits- und Drogenpolitik, berichtete dies am vergangenen Donnerstag.

Zwei Jahre soll das Projekt laufen, das wissenschaftlich begleitet wird. Eine nicht angegebene Zahl an Teilnehmern soll legal Cannabis-Produkte erwerben können. Sie müssen sich im Vorfeld anmelden und umfangreiche Angaben über ihren Konsum machen. „Das ist keine Prävention, das ist Enttabuisierung“, sagte Pieroth. Genauere Zahlen werden im kommenden Herbst bekannt gegeben.

Man will einen anderen Umgang mit Drogen fördern. Pieroth gab an: „Ich hätte es lieber, wenn mein 20-jähriger Sohn in einer Apotheke oder Fachstelle kontrolliert sein Cannabis erwirbt als im Görlitzer Park.“ Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Der Jugendschutz könnte dadurch ebenfalls enorm verbessert werden. Denn den gäbe es im Moment überhaupt nicht. Außerdem soll so eine gewisse Transparenz gewährleistet werden, denn bei der kontrollierten Abgabe sind die Inhaltsstoffe nachvollziehbar.

Natürlich gibt es auch Kritik von der Opposition. Doch die Sachlage spricht für sich. Niklas Schrader von der FDP erklärte: „Man erkennt, dass die Kriminalisierung keinen präventiven Effekt hat. Der Konsum ist nach wie vor hoch und die Entkriminalisierung ist ferner nicht mit Verharmlosung und freier Abgabe an alle gleichzusetzen. Die Diskussion in der Fachwelt ist viel weiter als in der Politik.“

Mein eigener Eindruck ist, dass in Berlin generell viel lockerer mit dem Cannabis-Konsum umgegangen wird, als beispielsweise in Amsterdam. Für Kiffer ist das natürlich perfekt, der Jugendschutz ist dadurch aber eher weniger gewährleistet. Die Straßendealer verkaufen selten wirklich nur Cannabis, weshalb Jugendlich problemlos auch harte Drogen erwerben können. Da muss sich dringend etwas ändern. Durch die kontrollierte Abgabe von Cannabis in Etablissements wie Coffeeshops, würde sich die Situation sicherlich verbessern.

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