Kulturelle Aneignung? DJ mit Dönerladen unter Beschuss

Der britische DJ Simon Paul Bays erfüllte sich in Ostlondon mit dem Dönerladen „Dirty Donny’s“ einen Lebenstraum.

Statt Zuspruch folgte in sozialen Medien eine hitzige Debatte. Kritisiert wurde weniger der Preis von über 19 Euro pro Döner als die Vermarktung einer fremden Esskultur als Lifestyle-Produkt.

Nutzer warfen Bays vor, als nicht-türkischer Betreiber in einem türkisch geprägten Viertel einen Kebapladen eröffnet zu haben. Der DJ reagierte öffentlich auf die Kritik und erklärte: „Die Gegenreaktion hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich habe mich gefragt, ob ich ein totaler Idiot oder ein schlechter Mensch bin.“

Weiter schrieb Bays: „Denn ich weiß, dass ich nie böse Absichten hatte oder jemanden verärgern wollte. Schon gar nicht die Gemeinschaften, die mich überhaupt erst dazu inspiriert haben.“

Trotz dieser Erklärung riss die Kritik nicht ab und sorgte auch bei anderen Ladenbesitzern für Irritation. In der Folge schloss Bays den Dönerladen, änderte das Branding und eröffnete das Geschäft als Feinkostladen neu.
Dort werden nun verschiedene Sandwiches und Snacks verkauft. Die Reaktionen darauf fielen gemischt aus, Zustimmung und Unverständnis hielten sich die Waage. Mehrere türkische Geschäftsinhaber äußerten sich kritisch zu den Vorwürfen.

Ein Besitzer sagte: „Dass er es ändern musste, ist absolut lächerlich. Aus welchem Grund muss man einer bestimmten ethnischen Gruppe angehören, um ein bestimmtes Gericht zu servieren?“ Trotz allem berichten Anrainer von anhaltend großem Andrang.

Quelle: MSN

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