
Der japanische DJ, Produzent und Veranstalter FUMI hat sich seinen Weg über Jahre hinweg selbst aufgebaut. In Tokio prägte er mit der Eventreihe N_U_O im WOMB sowie dem Bass-Music-Format BASSLOT eigene Plattformen, bevor sich sein Sound zunehmend in Richtung Techno verschob und in Europa einen neuen Karrierepfad einschlug. Im Kurzinterview spricht er über Inspirationen aus der Kinowelt, die Skepsis seiner Eltern und mehr.
Dein Weg führte von Bass Music und Trap zum Techno. Was hast du im Techno gefunden, das dir vorher gefehlt hat?
Seit ich 2012 mit dem DJing angefangen habe, spiele ich verschiedene Genres und habe auch immer wieder in Techno-Clubs aufgelegt. Als ich später begann, eigene Musik zu produzieren und mit Hardware zu arbeiten, wurde der Wunsch, Techno zu machen, immer stärker. Beide Welten geben mir Energie und Freude, aber seit einigen Jahren sind mein Herz und mein Kopf klar auf Techno ausgerichtet.
Wer oder was inspiriert dich und deine Musik?
Mich inspiriert die Größe und Wucht des Kinos – Filme ebenso wie Künstler wie Gesaffelstein und Brodinski, die eine Art von Musik erschaffen, dir durch und durch einzigartig klingt.
Deine Karriere wirkt eher wie ein langer Weg aus Disziplin und Ausdauer als wie ein schneller Durchbruch. Passt das auch zu deinem Charakter?
Erfolg bedeutet für jeden etwas anderes. Im Moment würde ich mich noch nicht als erfolgreich bezeichnen. Ich glaube, dass Einsatz und Erfahrung in jedem Beruf entscheidend sind. In dieser Hinsicht passt meine Persönlichkeit gut zu diesem Weg: Ich kann mich immer nur auf eine Sache wirklich konzentrieren – dann aber sehr konsequent.
Du bist 2024 nach Frankreich gezogen. Was hat sich seitdem für dich verändert – künstlerisch, persönlich und mental?
Natürlich gab es viele schwierige Momente. Aber nach jeder Show spüre ich, dass es die richtige Entscheidung war, hierherzukommen. Ich habe das Gefühl, mich als Künstler und als Mensch deutlich weiterentwickelt zu haben. Vor allem habe ich unmittelbar erfahren, wie wichtig es ist, Risiken einzugehen.
Du hast einmal eine professionelle Mix-CD gemacht, um deinen Eltern zu zeigen, dass DJing mehr ist als ein Hobby. Was war darauf zu hören – und wie haben sie reagiert?
Viele Eltern machen sich Sorgen, wenn man ihnen sagt, dass man professionell DJ werden möchte – zumindest war das in meiner Generation so. Damals war es in Japan üblich, DJ-Mix-CDs in Plattenläden zu verkaufen. Wenn mir das gelang, würde mein Name in bekannten Shops auftauchen. Für die CD gab es einen Vertrag mit einem japanischen Label, das die Rechte an den Songs hielt. Musikalisch waren es eher Tracks für lange Autofahrten – Remixe populärer EDM-Sounds dieser Zeit. Als meine Eltern die CD hörten, waren sie schließlich überzeugt, haha.