Label-Check: Space Trax

Mit ihrem gemeinsam ins Leben gerufenen Label Space Trax geben Philipp Drube und Frank Heise ihrer leidenschaftlichen Fusion von Trance und Techno eine Bühne. Auf dem Berliner Imprint finden sich mittlerweile mehr als zehn Vinyl- und Digitalveröffentlichungen von Artists wie L-3P (alias Ness), Kineta, Faster Horses, Chlär, Omformer und vielen mehr. Woher Philipp Drube und Frank Heise ihre Inspiration nehmen und welche Ambitionen sie mit dem Projekt hegen, erfahrt ihr im Label-Check. 

Hallo, Philipp und Frank. Erzählt uns doch etwas zur Entstehung des Labels. Eine spontane Idee oder langjährige Planung?

Philipp: Frank und ich haben uns während des Studiums kennengelernt und schnell erkannt, dass wir musikalisch auf einer Wellenlänge surften – damals noch eher im Bereich Deep- und Hypnotic-Techno. Wir begannen, zusammen aufzulegen und hatten unsere ersten B2B-Gigs. Das war ungefähr im Jahr 2017. Aus dieser Entwicklung heraus entstand schließlich der Wunsch nach einem eigenen Label, um uns und befreundeten Artists eine Plattform bieten zu können. 2019 erfolgte dann das erste Release auf Space Trax – eine Split-EP von Dimensionhopper, auch bekannt als Schacke & Lund&Rønde aus Kopenhagen.

Welche Vision verfolgt ihr mit dem Label und eurem Sound im Gesamtkontext der elektronischen Musik?

Frank: Philipp erwähnte es bereits: Wir waren zunächst stark von sphärischem und spacigem Techno beeinflusst. Künstler wie Ness, Alan Backdrop und Claudio PRC, sind an dieser Stelle zu nennen. Unser Sound wurde im Laufe der Zeit aber deutlich schneller und härter, sodass wir uns von Genres wie Hard-, Psy- und Goa-Trance und Labels à la Ute und Valis inspirieren ließen. Den spacigen Touch wollten wir aber niemals verlieren, weshalb wir versuchten, diese beiden Welten miteinander zu verknüpfen. Wir sind sehr stolz darauf, dass einige der Künstler, die uns damals inspiriert haben, mittlerweile auf Space Trax veröffentlicht haben.

Ein paar Worte zu eurem Katalog? Ihr habt seit 2019 acht Platten und vier Compilations veröffentlicht. Habt ihr in Zukunft vor, den Output zu erhöhen?

Philipp: Unser Hauptaugenmerk lag immer auf Vinyl-Releases, denn dieses Medium repräsentiert für uns nach wie vor das authentischste Format für Musik. Diesen Ansatz wollen wir weiterhin verfolgen. Während der Pandemie sahen wir uns leider immer wieder mit Verzögerungen in den Presswerken konfrontiert, ohne die wir möglicherweise schon mehr Platten veröffentlicht hätten. Für die Zukunft setzen wir uns das Ziel, zwei Vinyl-Veröffentlichungen und eine digitale Compilation pro Jahr herauszubringen.

Auch das Visuelle spielt bei euch eine wichtige Rolle. Eure Artworks machen eine Menge her. Habt ihr jemand Spezielles hierfür engagiert?

Philipp: Seit unserem ersten Release arbeiten wir eng mit dem Künstler Nick Cocozza zusammen, wenn es um unsere Release-Artworks und Clubnight-Designs geht. Ich habe Nick vor einigen Jahren in Berlin kennengelernt, und als ich ihm von unseren ersten Designideen für das Label erzählte, schickte er uns daraufhin Entwürfe, die direkt unseren Vorstellungen entsprachen. Unsere visuelle Leitidee besteht darin, jedes Release durch die Darstellung eines fiktiven Planeten zu repräsentieren und dabei verschiedene Elemente aus dem Weltraum und der Science-Fiction zu fusionieren.

Wie sieht der Release- und Event-Fahrplan bei Space Trax in den kommenden Wochen und Monaten aus?

Frank: Unser nächstes Vinyl-Release ist bereits auf der Zielgeraden und wird demnächst ins Mastering und Pressing gehen. Die „SPT009“ wird eine EP von Oprofessionell, eventuell unter einem anderen Alias, mit einem Remix von mir. Unsere nächste V.A. und die „SPT010“ stecken schon mitten in der Planung, weitere Informationen dazu gibt es bald. Was die Clubnächte betrifft, gestaltet sich die Arbeit ähnlich intensiv. Neben unseren Labelpartys in Berlin sind Events in Breslau, Prag und Glasgow sowie weitere internationale Showcases geplant.

Aus dem FAZEmag 140/10.2023