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madpacVorab, ihr wisst, dass wir in Estland vier Jahreszeiten haben, oder? Man weiß nie, wovon man getroffen wird – ob massiver Schneesturm, tropische Hitze oder auch von Gott weiß was, was gerade vom Himmel herunterkommt. Daher: Unser Klima trägt dazu bei, dass wir verdammt nochmal abenteuerlustig sind und bleiben. So erfreut man sich an der Wildnis, am Großstadtdschungel oder man hängt mit echten Esten ab. Eine Nacht mit deinen estischen Kumpels wird sicherlich eine Weile in deinem Kopf nachklingen, falls du in der Lage bist, dich danach an irgendetwas zu erinnern. Darüber hinaus empfehle ich einen Ausflug mitten ins Nichts: campen, fischen, jagen, atemberaubende Sonnenuntergänge oder traumhafte Mitternachtshimmel zu betrachten, während Wildschweine versuchen, dein Lebensmitteldepot zu plündern oder man auf der Flucht vor wütenden Elchen ist, während man gerade Pilze sammelt. Alles schon erlebt!

Schwer zu sagen, was mein Lieblingsort oder –platz ist in meiner Heimat. Ich mag meine Wohnung, weil ich da meine Musik produziere, mag eigentlich jeden Platz, an dem ich mit meinen Freunden abhängen kann. Es gibt schöne Städte hier, andererseits bin ich auch gerne auf dem Land, wo ich Zen, Ruhe und Abgeschiedenheit finde.

Es gibt ein estisches Sprichwort, das sagt, dass das Lieblingsgericht eines Esten ein anderer Este ist. Keine Angst, wir sind keine Kannibalen, ein schöner und netter Scherz hier. Wenn ich mal länger im Ausland bin, vermisse ich unser Schwarzbrot und Sauerkraut. Doch mein allerliebstes Essen eine Suppe namens Seljanka. Die hat mir schon oft das Leben gerettet nach einem langen Wochenende. Mein Zaubertrank! Allerdings sind die genannten Gerichte nicht wirklich klassische estische Gerichte, sondern einfach meine Favoriten. Wenn du wirklich unsere traditionelle Küche kennenlernen möchtest, dann solltest du Blutpudding (ich wiederhole, wir sind keine Kannibalen), Kama (eine Art Brei aus geröstetem Gersten-, Roggen-, Hafer-, Erbsen- und Bohnenmehl, der mit Milch, Kefir oder Buttermilch gemischt wird) oder gepökeltes Fleisch probieren.

Wenn du also nach Estland kommen solltest, dann nimm dir nicht zu wenig Zeit, denn selbst ich habe das Gefühl, in meinem 25-jährigen Dasein längst nicht alles gesehen zu haben. Du solltest aber auf keinen Fall ein estisches Volksfest verpassen. Wir singen wirklich sehr gerne und glauben auch, dass wir uns in unserer Unabhängigkeit gesungen haben, auch wenn’s komisch klingt.

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