Der Wahlberliner DJ und Producer Less präsentiert schon seit Mitte der 90er-Jahre seine musikalischen Visionen, die sich aus unterschiedlichen Genres speisen. Seine Sets vereinen Electronica, House, Techno, Synth-Pop, Electro, Ambient und experimentelle Klänge. Für seinen Longplayer „Stranger“, der im Oktober auf Freude am Tanzen erschienen ist, ließ er sich vom Film „Blade Runner 2049“ inspirieren und schuf ein updriftendes, opulentes und Soundtrack-artiges Album, das demnächst noch eine Remix-Bearbeitung von The Exaltics, Portable, Freund der Familie, Perm, Hofuku Sochi, Taron-Trekka, m2 und Stereofys erhalten wird. Gerade frisch veröffentlicht hat er die EP „Play_Me“ auf Destroy All Monsters. “ Less wurde in Thüringen geboren und stellt uns hier im Schnellüberblick seine Heimat vor.


Ein typisch thüringisches Abenteuer?

Ein illegaler Rave im Wald.

Typische Angewohnheit der Thüringer?

Es sind Natural Born Griller.

Drei Dinge, die man sich in Thüringen unbedingt anschauen muss?

Die Erfurter Innenstadt, die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar und den Fatplastics Recordstore in Jena.

Dein liebstes thüringisches Gericht?

Ente mit Rotkraut und Thüringer Klößen.

Dein liebster Zufluchtsort?

Meine geliebte WG in der Löberstraße in Erfurt. Schönster Balkon der Stadt und herzensgute Menschen.

Erzähle uns ein bisschen über die Szene in Thüringen.

Da ich ja nun ein paar Jahre schon in Berlin lebe, blicke ich zurück. In den 90er-Jahren war es sehr aufregend. Aufbruchsstimmung und viele Partys im Nirgendwo. Es gibt dazu einen Artikel von meiner Wenigkeit auf www.rave-strikes-back.de namens „Wissen was bleibt“. In den 2000er-Jahren haben sich die Partys mehr und mehr in die Städte verlagert, was es den ländlichen Veranstaltern zunehmend schwerer gemacht hat. Wie wohl überall, wurde elektronische Tanzmusik dann allgegenwärtig. Es gab viele Kooperationen mit Labels wie Finebeatz, Enliven Music, Pour le Mérite sowie Kontakt zu Freude am Tanzen, wo ich nun mein Album veröffentlicht habe. Ich habe die Zeit sehr genossen, als ich viel gespielt habe. In den letzten zehn Jahren mussten leider einige Clubs schließen, nicht selten hatte das mit den Auflagen der Stadt zu tun. Am meisten vermisse ich den Elan Club in Meiningen und die WolkeZwo4 in Wolkramshausen. Mein heißester Newcomer-Tipp ist Cyan85, der kürzlich seine erste Platte auf Voitax veröffentlicht hat. Es gibt sicher immer noch Geheimtipps, doch aus der Ferne wirkt es überschaubar. Aber ich komme stets gerne zurück in die Heimat.

Was aus deiner Heimat vermisst du in Berlin am meisten?

Gute Bäcker und Fleischer.

 

 

Aus dem FAZEmag 093/11.2019
www.freude-am-tanzen.com

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Foto Less: Markus Glahn
Foto Erfurt: Lapping/Pixabay