Auf Stefan Leßners neuem Album „Living In The Matrix“ verschmelzen die Grenzen zwischen Simulation und Realität zu einem algorithmischen Komplex aus Electro, High Energy, Acid, Chicago-House und Space-Disco. Wir haben ihm einige Fragen zu seiner neuen Platte gestellt, die vom Filmklassiker „Matrix“ inspiriert ist und im Verbund mit der Vokalistin Alice entstand.
Nach „Blade Runner“ hast du dich nun von der „Matrix“-Reihe inspirieren lassen. Wie hängen die beiden LPs zusammen?
„Stranger“ ist eine verträumte Ambient-Reise, „Living In The Matrix“ ist ein kompromissloses Club-Album mit roughen Sounds und Vocals – meist von Alice. Das Intro schlägt dabei die Brücke zwischen den beiden Welten.
Inwiefern verstehst du „Living In The Matrix“ auch als Kommentar zum aktuellen Lebensgefühl?
Die „Matrix“ steht bekanntlich für eine simulierte Realität, die Menschen bei Laune hält. Schaue ich auf die heutige Zeit, frage ich mich: Bestimmen wir die digitale Welt – oder sie uns? Mediale Überforderung und das Streben nach Achtsamkeit sind nur zwei der vielen Herausforderungen. Umso schöner, wenn man gedruckte Worte liest.
Du arbeitest mit Vocoder-Sounds, Italo-, Acid- und Electro-Referenzen. Wo ziehst du die Grenze zwischen Hommage und Fortschritt?
Hommage ist für mich Respekt und Inspiration. Aktuelle Trends interessieren mich weniger als der Sound, auf den ich gerade Lust habe. Und so trifft ein roher Klang aus vergangenen Tagen auf Vocals, die Themen von heute besingen – eine musikalische Verbindung von Genres und Zeitgeist.
Trotz dystopischer Titel klingt auf dem Album unterschwelliger Optimismus durch. Was gibt dir Hoffnung in dieser „Matrix“?
KI ist für mich Bedrohung und Befähigung zugleich. Beim Menschen bin ich aktuell eher skeptisch. Hoffnung bedeutet für mich Eskapismus – auf dem Dancefloor. Smartphone weg, loslassen, tanzen.
Was kommt als Nächstes? Schon ein neuer Filmklassiker in Sicht?
Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Aber sicher etwas anderes. Die kreative Reise beginnt für mich immer dann, wenn ich alte Welten durchwandert habe und neue entdecken will. Ich warte auf den Musenkuss. Danke für das Interview.

Tracklist „Living In The Matrix“:
A1: Intro
A2: I Care
B1: Underground Cottage – Canada (2003 Less Remix)
B2: Mirror Mirror (Rough Mix)
C1: Digital Desire
C2: Enter The Matrix
D1: Subzcribe
D2: Alles Was Du Willst
„Living In The Matrix“ von Less erscheint am 1. September 2025 via Lebensfreude. Hier könnt ihr das Werk als Vinyl-Variante vorbestellen:
Aus dem FAZEmag 162/08.2025
Foto: Daniel Schellongowski
www.soundcloud.com/djless
