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Außerhalb unserer langen Partynächte in dunklen Clubs und Kellern, in denen die Welt gänzlich in Ordnung scheint, gibt es andere Orte, an denen Menschen täglich leiden. Was ein Großteil der Menschheit verdrängt ist, dass es trotz unseren schönen Lebens hierzulande in manchen Ländern an Grundnahrungsmitteln und Ressourcen fehlt. Täglich sterben, hungern und verdursten Menschen, wie zum Beispiel in Ostafrika und Jemen. Erst im Jahr 2017 wurde eine erschreckende Zahl von rund 20 Millionen Menschen veröffentlicht, die in diesen Gebieten akut vom Hungertod bedroht sind. Das ist die größte humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Zahl bewegte zwei Berliner Künstler dazu ein Charity-Projekt ins Leben zu rufen, dass für Menschen in Ostafrika und Jemen Spenden sammelt. Die Journalistin Laura Lewandowski und Musikproduzent und DJ Julian Ganzer haben viel Herzblut in ihre Organisation namens Life Act gesteckt und sind damit sehr erfolgreich. Mit Events und anderen Spendenaufrufen konnten sie mittlerweile eine Menge Unternehmen und Personen von sich und ihrem Konzept überzeugen. Das gesammelte Geld geht, im Gegensatz zu manchen anderen Organisationen, zu hundert Prozent in die Krisengebiete. Die nächste Veranstaltung mit tollen DJs und kulturellen Ständen und Workshops findet am 26. August ab 15 Uhr im Prince Charles in Berlin statt. Wir haben uns mit den Gründern Laura und Julian über Life Act unterhalten.

Life Act sammelt unter anderem durch Veranstaltungen mit Musik und Kunst seit 2017 Spenden für hungernde und leidende Menschen in Ostafrika. Inwiefern glaubt ihr unterstützen euch Musik und Kunst dabei erfolgreich zu sein und zu helfen?
Musik und Kunst ist primär etwas, das Menschen zusammenbringt und positive Gefühle und Momente schafft. Warum sollte man das Gute also nicht mit dem Schönen verbinden? Am Ende ist es immer ein Geben und Nehmen. Und wer spendet, egal ob Zeit, Geld oder mit seiner Aufmerksamkeit für bestimmte Themen Bewusstsein schafft, der darf was zurückbekommen.

Die wenigsten entscheiden sich dazu einen Spendenverein zu gründen und die Welt damit ein klein wenig besser zu machen. Was genau war bei euch der ausschlaggebende Moment, der euch zu der Gründung von Life Act motiviert hat?
Als wir im April 2017 die Idee hatten, Life Act zu gründen, war das eine sehr spontane Sache. Wir sind durch den Prenzlauer Berg spaziert, redeten über die politische Weltlage und bereits einen Monat später tanzten wir am Sage Beach. Da das Feedback nach unserem ersten Event so positiv war, war schnell klar: das war erst der Anfang. Um ernst genommen zu werden und künftigen Partnern zu signalisieren, dass Life Act mehr als nur eine Spontanaktion ist, fiel die Entscheidung zur Vereinsgründung.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Organisationen, die versuchen gegen den Hunger und die Probleme in der Welt zu kämpfen. Was unterscheidet Life Act von anderen Spendenvereinen und Organisationen?
Wir fragen nicht nach klassischen Spenden, sondern sind der Meinung: jeder hat ein besonderes Talent oder eine „Superpower“, die er einbringen kann und auf diesem Wege einen Beitrag leisten kann. Sei es mit der eigenen Musik, Design, Social Media Expertise oder anderen guten Ideen und Kontakten. Das schafft nicht nur ein besonderes Gefühl der Gemeinschaft, sondern weckt unserer Meinung nach viel mehr Motivation, mitzumachen und sich einzubringen. Am Ende hat jeder zu Recht das Gefühl, wirklich etwas bewegt zu haben und ein Teil der Life Act Familie zu sein. Darüber hinaus – und das sollte nicht vergessen werden – war die Geburtsstunde von Life Act in Berlin – die Mutterstadt der elektronischen Musik und einer einzigartigen Kreativ-Szene.

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Das erste Jahr seit der Gründung von Life Act war mit Sicherheit sehr aufregend. An welchen Moment erinnert ihr euch gerne zurück? Was war euer persönlicher „ErfolgsMoment“ bis jetzt?
Da fallen mir einige ein. Angefangen von Radio-Auftritten bei Flux FM bis hin zu den den Momenten, als in der U-Bahn unsere eigene Werbung über die Bildschirme flimmerte oder an Hauswänden unsere eigenen Plakate klebten. Natürlich auch als wir unseren XXLSpendenscheck in der Hand hielten – mit wohl dem breitesten Grinsen Berlins im Gesicht. Alles in allem ist der für mich wohl größte Erfolg aber immer noch, wie viele Partner und Menschen wir in kürzester Zeit dafür begeistern konnten und welche tollen Menschen wir auf diesem Wege kennengelernt durften. Da bekomme ich immer noch Gänsehaut.

Zum Programm von Life Act gehört neben Kunst und Kultur auch elektronische Musik mit bekannten Künstlern wie Tiefschwarz. Also Feiern für einen guten Zweck. Auf was können sich Besucher eures bevorstehenden Events am 26. August in Berlin besonders freuen? Was gibt es für Besonderheiten?
Dieses Jahr gibt es einige Goodies neben der Musik. Wir freuen uns sehr, dass wir das Prince Charles für Life Act gewinnen konnten und damit eine tolle In & Outdoorlocation.
Kick-off für den Festivaltag wird eine exklusive Deep House Yoga Session sein, mit dem deutschlandweit bekannten Jivamukti-Lehrer Petros Haffenrichter aus München. In Kooperation mit dem African Food Festival Berlin holen wir die authentische Küche direkt aufs Eventgelände. Für alle, die ihren Horizont erweitern wollen und sich fragen, wohin unsere Spenden wirklich gehen, haben wir die Experten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe vor Ort da – der Verein, an den dieses Jahr unsere Spendengelder gehen. Ich selbst war im April einen Monat mit der Truppe in Afrika vor Ort, um die humanitären Hilfsprojekte anzuschauen und mir ein eigenes Bild zu machen. Im gleichen Zuge stellen wir in einer Galerie meine Fotos aus Uganda und Äthiopien aus.
Wer außerdem Grüße an seine Freunde versenden will, der kann mit der Smartphone-App „My Postcard“ dem Code „LifeAct2018“ sein Foto hochladen und eine Originalpostkarte weltweit versenden. Die Hälfte des Erlöses wird gespendet.

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Mittlerweile unterstützt euch eine Großzahl an Unternehmen und Personen. Wie fühlt es sich für euch als Gründer von Life Act an mit eigenen Händen in der Welt etwas bewirken und leidenden Menschen helfen zu können?
Da fällt mir nur ein: großartig – und sehr motivierend. Man muss einfach damit anfangen.

Ihr seid mittlerweile ein großes Netzwerk aus Unterstützern und wollt dieses noch weiter aufbauen. Was ist für die Zukunft von Life Act geplant?
Ich für meinen Teil habe zwei Leitgedanken: Erstmal Step by Step und das anstehende Event rocken. Und dann: Dream Big! Lokale Projekte vor Ort mit einem zweiten Life Act unterstützen – oder auch ins Ausland zu gehen. Das wäre grandios.

Hungersnot ist leider nicht das einzige Problem in der heutigen Welt. Was wünscht ihr euch zukünftig von den Menschen um die Erde zu einem besseren Ort zu machen?
Achtsamkeit fängt erst mal bei sich selbst an. Wer lernt, auf seine Bedürfnisse zu hören, Dinge hinterfragt und auf seine Umwelt achtet – in jedem Sinne – der macht die Welt täglich zu einem besseren Ort.

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