Lubomyr Melnyk – Rivers And Streams (Erased Tapes)



Erased Tapes bleibt weiterhin das versierteste Label in Sachen Tränendrüsen aktivieren. Kaum hat man die Kollaborationen von Nils Frahm und Ólafur Arnalds verkraftet, erscheint auch schon das nächste Melancholiker-Album, für das man einige Packungen Taschentücher kaufen muss. Melnyk ist ein kanadisch- ukrainischer Komponist und gilt als einer der schnellsten Pianisten der Welt. Die sechs Stücke (Überlänge!) auf „Rivers And Streams“ demonstrieren erneut die Fingerfertigkeit des 66-jährigen, der sein Faible für elegische Melodien nicht verloren hat. Kann sich noch jemand an „Tasten“ von Qluster erinnern, das Anfang des Jahres rauskam? Drei Männer (allen voran Ambient-Altmeister Hans-Joachim Roedelius) saßen an drei Flügeln und klangen zusammen wie ein richtiges Pianoorchester. Melnyk schafft das hier sogar im Alleingang. Kompositorisch und technisch absolut grandios. Für jeden, der auf hochemotionale Klaviermusik steht, ein unbedingtes Muss. 9/10 Kressmann