LucSoniX – zwischen Schulbank und Beatport-Charts

LucSoniX – zwischen Schulbank und Beatport-Charts

Mit gerade einmal 15 Jahren mischt LucSoniX die elektronische Musikszene auf – und das ganz ohne Major-Backing oder Social-Media-Show. Stattdessen setzt der junge Produzent auf musikalische Substanz, Authentizität und einen klaren künstlerischen Kompass. Seine Tracks bewegen sich zwischen Afro-House, Amapiano, Dance und Trance – mit eigener Handschrift, fernab von generischen Club-Bangern.

„Als ,I Feel Like’ rauskam und direkt in die Beatport-Charts ging – als Newcomer, ohne Base, ohne afrikanische Herkunft. Dann ging’s los“, erinnert sich LucSoniX. Platz 12 in den Amapiano-Charts, Platz 25 der Beatport-Jahrescharts 2025, später Platz 3 der Hype Dance Charts mit „Somebody Special“ und ein Compilation-Slot für das „Game of Tones“ ADE Warm-up – der Startschuss für eine beeindruckende Entwicklung. Dass er mittlerweile auch für die bigFM Newcomer-Show nominiert ist, rundet das Bild ab. Geprägt wurde er von klein auf durch seine Mutter, selbst DJ, die ihn mit 13 Jahren an der DJ-Schule von Panevents in Stuttgart anmeldete. „Sie hat mein Talent früh erkannt“, sagt er. „Amar von Panevents ist Familie. Ohne ihn und das Team wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Sie unterstützen und schützen mich auch im Business.“

Dass LucSoniX mehr will als auflegen, zeigte sich früh. „Beim Auflegen dachte ich oft: Den Track hätte ich anders gebaut. Dann fing ich mit FL Studio an, später Ableton. Nach einem Jahr war mein erster Track ,Out of Time’’fertig – R ’n’ B trifft House mit Vocals von Peter.“ Sein Sound ist schwer einzuordnen – gewollt. „Ein genreübergreifender Mix aus deepen Afro-Beats, ohne zu kopieren, was gerade ‚in‘ ist.“ Ihm gehe es um Emotionen, nicht um Trends. „Afro-House & Amapiano gehen viral, aber vieles klingt gleich. Ich mixe die Vibes deshalb mit anderen Genres. Meinem Style. Mit jedem Track werde ich gefühlt besser. Der kreative Prozess beginnt meist mit Akkorden oder einer Melodie. Ich beginne am Launchkey, in Ableton oder mit Samples. Danach layere ich Sounds für mehr Tiefe und setze Effekte wie Reverb, Delay und Kompression gezielt ein. Vocals stehen immer im Mittelpunkt.“ Kein Preset-Geballer, kein Algorithmus-Kalkül – stattdessen ein bewusst strukturierter, detailverliebter Workflow. Der Track „I Feel Like“ wurde zu einem Türöffner in der internationalen Szene. „DJ la Dous, einer der großen Event-DJs in Deutschland, hat mir direkt ein Reel von der OMR geschickt: Kommt mega an. Gänsehaut.“ Dass er beim ROOKIE-RIDDIMZ-Event in London als einziger Nichtafrikaner im Line-up stand, empfindet LucSoniX als besondere Ehre: „Das größte Feedback kommt aus der Afro-Szene selbst: Sie lieben und feiern meine Tracks.“

Momente, die ihm besonders im Kopf geblieben sind: „Der internationale Support und Respekt. First time ‚on air‘ in Belgien bei RadioKelmis. Und als mir ein DJ sagte: Ich fühle deinen Track. Das bleibt.“ Auf Spotify sucht man seine Solo-Releases vergeblich – bewusst. „Ich release da nur über Labels. Spotify ist überflutet mit Fake-Streams. Auf Beatport zählen echtes DJ-Feedback, echter Respekt, echte Käufe.“

Dass Musik für ihn mehr als Karriereplanung ist, zeigt „Lost Without You“, ein Track für seinen verstorbenen Opa. „Musik ist mein Ventil. Mein zweiter Puls.“ Diese Echtheit zieht sich durch alles, was er tut – auch in der Promo: „Auf Instagram habe ich DJs und Labels angeschrieben, Musik geschickt, Kontakte aufgebaut. Kein Influencer-Getue. Viele dieser Kontakte wurden echte Freunde. 78 Prozent meiner Reichweite kommt von Nicht-Followern – authentisch sein wirkt.“ Für die Zukunft hat LucSoniX klare Pläne: „Im Herbst ist einiges geplant, so der Titel ,Sorry’, ein Mix aus Afro-House und Electro. Und dann folgt ,Ginger’, eher im Amapiano- und Dance-Bereich. Und dann gibt es noch ein Live-Set-Train & bigFM-Ausstrahlung plus einige Festival-Slots, die bereits für 2026 angegangen werden.”

Aus dem FAZEmag 163/09.2025
Text: Triple P
Credit: Claus Baumann
www.instagram.com/lucsonix_music