Tolle Ambient-Platte aus Schweden von Malcolm Pardon. Mit „Flesh & Bones“ vollzieht Malcolm Pardon einen markanten Schritt weg von seinem bisherigen pianozentrierten Sound – und hinein in eine tiefere, düsterere Klangwelt, die fast vollständig auf Textur, Raum und Stimmung baut. Entstanden aus einer langen Live-Improvisation für eine Ausstellung in Uppsala, wirken die Stücke wie Fragmente eines einzigen, unruhig atmenden Organismus. „Hidden Path“ eröffnet mit schweren, höhlenartigen Tiefen und einer unterschwelligen Spannung, die sich langsam verdichtet. Kein Rhythmus, kein klarer Halt – nur ein stetiges Grollen, das auf die eigene Wahrnehmung drückt. „Under Over“ fühlt sich dagegen wie ein langsames Aufblühen an: schwebende Synth-Flächen, die sich behutsam übereinanderlegen und Licht durch die Risse lassen. Ein Kernmoment des Albums ist „Speaking In Tongues“ – ein hypnotischer Zweiklang, der sich wie ein verstimmtes Gebet wiederholt und dabei immer tiefer ins Innere zieht. Hier zeigt sich Pardons Talent für atmosphärisches Storytelling besonders deutlich: reduziert, aber emotional aufgeladen. Ein düsteres, eindringliches Werk, das sich Zeit nimmt und genau dadurch seine Kraft entfaltet. 10 Laenkford