Martin Zimmermann aka OT10 und Andrei Vesa, beide aus Erfurt stammend, sind gemeinsam MAMA. Das Projekt steht für tanzbaren Synthie-Pop, gepaart mit einer gesunden Portion melancholischer Singer-Songwriter-Elemente. Diese Kombination präsentiert das Duo nun auf insgesamt 13 Stücken mit dem Debüt-Langspieler „White Water“, der auf Poch Poch Records erscheint.


An dem Werk gearbeitet haben Andrei und Martin fast zwei Jahre. „Es fühlt sich fast schon so an, als würden wir ein Album rausbringen. Extrem spannend und aufregend. Wenn man so lange auf solch ein Ziel hinarbeitet, fühlt es sich schon sehr gut an, endlich die Songs mit der Welt da draußen teilen zu können“, erzählt Andrei. In der Musikwelt haben beide bereits „einige Kilometer zurückgelegt“, fügt Martin hinzu: „Ich bin schon eine Weile dabei und komme aus der Breakdance- und Hip-Hop-Szene. Für mich die geilste Community der Welt. Nur sie hat dafür gesorgt, dass ich da bin, wo ich heute stehe. Viele kennen mich eventuell auch als Break-DJ Nas’D.“ Andrei hingegen stammt aus einer klassisch musikalischen Familie. Die Mutter Opernsängerin, der Vater spielte beruflich Waldhorn im Orchester. „Deswegen habe ich meine ersten Schritte in der Klassik gemacht. Ich hab mich aber über diesen Weg in die Singer-Songwriter-Richtung entwickelt. Dann ging es in die rockige Richtung und mittlerweile bin ich für alles offen. Aber der Klassiker bin ich dann doch nicht so geworden.“ Als das Projekt MAMA von den beiden initiiert wurde, stand ein Album jedoch gar nicht auf dem Plan, so Andrei: „Wir wollten uns erst mal finden und ausprobieren. Als wir aber feststellten, dass sich nach kurzer Zeit eine so gute Energie entwickelte, sind wir aus dem Studio nicht mehr herausgekommen.“

Auf den Album-Titel angesprochen, ist er für beide die Spiegelung des musikalischen Inhalts, erklärt Martin. „,White Water’ heißt in der Tat übersetzt ,Wildwasser’. Viele denken, dass wir uns da verschrieben hätten und es eigentlich ,Wild Water’ heißen müsste. Das stimmt aber nicht. Wir verarbeiten natürlich in unseren Songs auch Situationen, die uns in den letzten zwei Jahren widerfahren sind. So muss sich wohl eine Wildwasserbahn anfühlen.” In diesem Prozess ist es Martin, der die Beats im Studio vorproduziert, ehe beide dann die Stücke gemeinsam finalisieren, erzählt Andrei: „Martin kommt dann zum gemeinsamen Ausproduzieren zu mir ins Studio. Nachdem ich die Texte geschrieben und eingesungen habe, geht es an die Details der Musik. Wir schleifen dann mit Universal-Audio-Hard- und Software die Bretter dick. Wenn Martin es mir erlaubt, bringe ich auch meine analoge Seite ein, in Form von Gitarre, Klavier und analogen Synthies. Zum Recorden der Instrumente und Vocals benutzen wir fast nur noch die Warm-Audio-Mikrofone. Das sind für mich einfach die besten Nachbauten der alten Klassiker.” Martin selbst hat kein Instrument gelernt, produziert dafür aber das meiste mit Native Instruments und Arturia Sounds: „Alles bei uns entsteht in Logic und die Maschine MK3 steuert da natürlich auch ordentlich Druck bei.”

Ihre Heimat Erfurt war zwar wichtig, doch nicht sonderlich entscheidend für ihre musikalische Entwicklung, erzählt Martin. „Die Stadt ist natürlich gespickt mit einigen guten Künstlern. Man sagt auch, Erfurt habe einen gewissen Sound. Ich selbst muss aber zugeben, dass meine Heimat mich nicht sehr inspiriert hat. Nicht zu verwechseln mit Prägung und dem Support vieler Menschen. Ich war allerdings viel mehr in anderen Städten und Ländern unterwegs und habe mir dort meine Inspirationen geholt, die ich dann in und mit meiner Heimatstadt umgesetzt habe.” Andrei sieht das sehr ähnlich: „Da gehe ich mit. Natürlich ist die Heimat immer extrem wichtig, aber ich für meinen Teil habe gelernt, über den Tellerrand hinauszuschauen und überall auf der Welt mit Leuten zusammenzuarbeiten und Erfahrungen zu sammeln, die mich inspirieren.”

Ein Punkt auf der Agenda in diesem Jahr ist es unter anderem, fit und gesund zu bleiben, erzählt Martin. „Das ist in dem Alter auch extrem wichtig. Nein, im Ernst. Wir nutzen das Jahr genauso wie das davor. Wir wollen zusammen Musik machen und kontinuierlich an uns arbeiten. Sowohl live als auch im Studio. Wir sind gespannt, wo die Reise hingeht, und freuen uns auf das, was kommt. Wir sind aber auf jeden Fall dankbar für jeden Support.”

 

Aus dem FAZEmag 085/03.2019
Text: Triple P
Foto: Christopher Schmid
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