Hilfe, ich brauche einen Manager – die Kolumne von Marc DePulse

  Kein Künstler ist eine eierlegende Wollmilchsau. Um aber anno Neuzeit das erforderliche Profil des Allround-Talents zu erfüllen, kommt irgendwann der Wunsch nach einer helfenden Hand. Doch ab wann lohnt sich ein Manager wirklich und wann lenkt man seine Geschicke doch lieber selbst? Die Antwort darauf ist wie so oft: Es kommt darauf an!  Hand aufs Herz: Brauche ich wirklich einen Agenten oder kann ich es selber machen? Die Frage beantwortet sich meist dann, wenn man aufgrund fehlender Zeit, mangelnden Know-Hows, einer beschränkten Anzahl an Kontakten oder schlichtweg einer amateurhaften Ausrichtung einen starken Partner an seiner Seite benötigt. Und...

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Schlafen will gelernt sein – die Kolumne von Marc DePulse

    DJs haben ja mitunter in Nächten mehr erlebt, als an so manchen Tagen in ihrem Leben. Die Nächte, die DJs über die Jahre gefeiert haben, müssen andere erst einmal überleben. Außerdem: Schlafen kann man, wenn man tot ist. Okay – Sprüche fürs Phrasenschwein. Und doch sind sie nicht weit hergeholt. Beinahe jeder DJ fing einst als kleiner Raver an. Alles mitnehmen, überall dabei sein, nix auslassen. Doch im zunehmenden Alter muss sich irgendwann auch der aktivste Nachtmensch eingestehen, dass man nicht mehr ohne weiteres wach bleibt, bis die Wolken wieder lila sind. Während nahezu der komplette Freundeskreis...

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Live und in Farbe – die Kolumne von Marc DePulse

  Neulich habe ich einen Artikel gelesen, der an die Partner der Instagram- und YouTube-Influencer gerichtet war. O-Ton: „Ihr tut mir so leid!“ Doch, Moment einmal. Folgen DJs heutzutage nicht genau dem gleichen Prinzip? Im Mittelpunkt stehen, Mehrheiten erzeugen, eine große Fanbase generieren, auffallen um jeden Preis? Sich voller Begeisterung einen Lampenschirm auf die Birne setzen für ein paar Likes? Klar, schließlich geht der größte Kasper am ehesten viral. Selbst wenn die Homies mal nicht mit auf Tour sind, gibt es zum Glück noch Menschen wie Schaffner, Stewards oder andere Passagiere, denen man mal flink das Smartphone in die...

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Live und in Farbe – die Kolumne von Marc DePulse

  Neulich habe ich einen Artikel gelesen, der an die Partner der Instagram- und YouTube-Influencer gerichtet war. O-Ton: „Ihr tut mir so leid!“ Doch, Moment einmal. Folgen DJs heutzutage nicht genau dem gleichen Prinzip? Im Mittelpunkt stehen, Mehrheiten erzeugen, eine große Fanbase generieren, auffallen um jeden Preis? Sich voller Begeisterung einen Lampenschirm auf die Birne setzen für ein paar Likes? Klar, schließlich geht der größte Kasper am ehesten viral. Selbst wenn die Homies mal nicht mit auf Tour sind, gibt es zum Glück noch Menschen wie Schaffner, Stewards oder andere Passagiere, denen man mal flink das Smartphone in die...

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Im Banne der Bot- und Repost-Mafia – die Kolumne von Marc DePulse

  Man muss kein Nerd sein, um sie zu kennen: Bots – die Roboter der digitalen Welt. Ein Programm also, das automatisch wiederkehrende Arbeiten leistet und prinzipiell einem kommerziellen Zweck dient: Kundengewinnung, egal in welcher Branche. Und es müssen nicht mal die nervigen Pornosternchen sein, die nach deiner Facebook-Freundschaft fragen, um dich später zu ihren Inhalten zu locken. Bots werden auch von Menschen aus dem eigenen Dunstkreis eingesetzt: Künstler, Labels, Promoter. Beispiel Instagram. Organisches Wachstum torpedieren, ohne dabei Karteileichen zu kaufen? Hand aufs Herz: Likes kaufen ist doch sowieso voll 2013. Aber der Traum nach einer schnell wachsenden Fanbase bleibt...

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Ein Leben im Rotlicht – die Kolumne von Marc DePulse

Der Bass muss fi**en, der Brustkorb drücken, die Brillengläser vibrieren. Ein paar Drinks zu viel und plötzlich hat man richtig Bock, es eskalieren zu lassen. Lautstärkebegrenzung? Ach was, ballern! Es soll scheppern im Gesicht! „No-no-limit“ haben schließlich zwei unlimitierte Holländer schon Anfang der 1990er-Jahre gepredigt. An der Bar versteht man längst sein eigenes Wort nicht mehr, denn die LED-Anzeige am DJ-Pult trägt blutiges rot und der Limiter hat sich aus Angst längst selbst vom Netz genommen. Und kaum wurde der DJ vom Tontechniker mit erhobenem Zeigefinger verwarnt, es heute bitte nicht zu übertreiben, steht schon der obligatorische Dancefloor-Dieter neben...

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Ein Kleiderschrank voller Klamotten – die Kolumne von Marc DePulse

    Es sind wohl die Dateien mit der häufigsten Endung auf der Festplatte von DJs: .wav oder .mp3 – ein Repertoire aus zehntausenden Tracks, mit denen man wochenlang Raves bespielen könnte, aber schon geht der Blick ins Leere und schürt die Panik, obwohl ein absolutes Überangebot vorhanden ist: „Ich habe keine Ahnung, was ich heute Nacht spielen soll!“ Ein Prozess, der auch immer wieder während eines Sets eintritt: Man hat Tonnen an Material, aber weiß schon manchmal nach einer Stunde nicht mehr, was man heute noch spielen soll. Ergo: ein Kleiderschrank voller Klamotten und nichts zum Anziehen? Keine...

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Starallüren in der Muttermilch – die Kolumne von Marc DePulse

  Kaum drei Haare am Sack, aber schon im Puff vordrängeln – ein Spruch, der mich seit frühester Jugend amüsiert, gleichsam aber viele Parallelen aus dem alltäglichen Leben kennt. Umgemünzt auf die Szene könnte man sagen: kaum drei Releases auf dem Markt und schon einen auf dicke Hose machen. Es ist das „Sorry, bitte frag meinen Manager!“ des kleinen Mannes, der noch nichts gerissen hat, sich aber längst über den Dingen schweben sieht. Völlige Selbstüberschätzung durch fehlende Erdung. Respekt und Bescheidenheit sind zwei wichtige Tugenden im Leben. Vergiss nicht, woher du gekommen bist. Denn jeder heute auch noch so...

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Der Weg nach Hause. Heute: DJ – die Kolumne von Marc DePulse

Marc DePulse – aus dem Leben eines DJs: Der Weg nach Hause Der letzte Track läuft soeben aus. Die Crowd pfeift, schreit und hüpft. Mithüpfen schwierig, Blase platzt gleich. Mit gequältem Lächeln in die Menge winken. Foto-, Autogramm- und Kinderwünsche müssen kurz warten. Zielsicheren Kampfsprint zum Herren-WC einlegen. Uuuuhhhh! Aaaaaaahhh! Breitestes Grinsen aufsetzen, Glückshormone strömen aus. Das war schön! Der Gig übrigens auch. Zurück zum Pult, Sachen zusammensuchen. Kopfhörerkabel versuchen zu entknoten. Egal, mach ich morgen. USB-Stick sicher entfernen, dabei vorher mindestens fünf Mal die richtige Verlinkung prüfen. Die Partykumpels mit den großen Augen warten schon an der Bar...

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Der Weg zum Arbeitsplatz. Heute: DJ – die Kolumne von Marc DePulse

Freitag früh halb zehn, mitten in der Nacht. Beinahe verpennt. Jetzt aber schnell. Schlüppi einpacken, Taxi bestellen und ab geht die Post. Wutbürger Klaus sitzt am Lenkrad. Klaus nervt. Kein Trinkgeld. Flughafen. Den Abo-Boy der Süddeutschen mit abfälliger Handbewegung abblitzen lassen: „Keine Zeit!“ – ein paar Meter weiter zur Weinverkostung angesprochen werden. Natürlich habe ich Zeit. Nach dem dritten Glas Riesling zum Terminal trödeln. Laufband blockieren. Rechts stehen, links gehen? Haha, gilt natürlich nicht für mich. Leckeres Tröpfchen übrigens, jetzt kommt´s auch im Schädel an. Security-Check-in. So tun als würde man jeden Tag fliegen, dabei vergessen den Gürtel abzumachen....

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Massenware Musik – die Kolumne von Marc DePulse

Es ist das große Los für kreative Menschen, wenn die Inspiration mal wieder so richtig aus einem heraussprudelt. Man möchte sich am liebsten wochenlang im Studio einschließen. Das sind zumeist Zeiten, in denen man Beziehungen und Freundschaften aufs Spiel setzt und Mutti schon zynisch fragt, ob sie ihren Sohnemann jetzt nur noch zu Weihnachten sieht. Der Prozessor schwitzt dank der 24/7-Auslastung, der Stromanbieter reibt sich freudig die Hände, während man die zweite Maus innerhalb eines Monats kaputt geklickt hat. Doch selbst wenn dich dein Umfeld auf deine unverkennbare Kellerbräune anspricht, weißt du: Meine Sonne strahlt von innen. Ein Kilo...

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„Ehrlich gesagt …“ – die Kolumne von Marc DePulse

  Lasst uns doch mal ehrlich sein. Denn offenbar sind wir das viel zu selten. Doch ist Ehrlichkeit nicht eine Tugend, die wir alle in uns tragen sollten? Ich bekomme häufig Musik von Kollegen geschickt, mit der Bitte um eine ehrliche Meinung und kriege danach auffallend oft zu hören bekommen: „Danke, dass du ehrlich bist.“ Moment mal. Danke fürs ehrlich sein? Nein, dafür nicht. Ich bin schnell für etwas zu begeistern. Genau so schnell finde ich Sachen aber auch schlecht und scheue mich nicht, sie konstruktiv zu zerreißen. Natürlich ist die persönliche Einschätzung immer zuerst subjektiv, eine Geschmacksfrage. Mag...

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