Ballermann und Ballermoni: Warm-up will gelernt sein – die Kolumne on Marc DePulse

Jedes Raver-Kind weiß, dass eine Nacht musikalisch völlig verschiedene Gesichter hat. Das Warm-up, die Peaktime und die Früh-Morgen-Stunden bis zum bitteren Ende. Jede dieser Phasen ist eine Kunst für sich, denn zu jeder Nacht- und auch Tageszeit muss man die Crowd anders anpacken. Was sich für viele nach lustigem Vorglühen anhört, ist alles andere als gelacht: das Warm-up in einem Club zu spielen. Bestenfalls für den Headliner, der dann mit einer geschickten Auswahl der aktuellen Beatport-Top-20 die Menge in den Rausch versetzen darf. Nun gut, das war überspitzt. Warm-up also. Jene einleitende Phase, die die Nacht eröffnet. Nämlich dann,...

Read More

Social Media my ass – die Kolumne von Marc DePulse

Es gibt seit ein paar Jahren Berufe, die selbst meine Eltern nach mehreren Erklärungsversuchen nicht verstehen. Social-Media-Manager zum Beispiel. Also Leute, die Seminare und Kurse besucht oder gar Diplomarbeiten darüber geschrieben haben, wie man Facebook und Co richtig handhabt. Verrückte digitale Welt. Und sie trifft auch jeden Musiker. Denn wer kennt es nicht? Man denkt, man postet die Weltneuheit auf Facebook, und keinen Menschen interessiert es. Die Stimmung ist bereits im Keller, wenn man nach 10 Minuten immer noch keine Reichweite, geschweige denn Gefällt-mir-Angabe auf seinen Beitrag bekommen hat. Organische Reichweite funktioniert im Grunde wie ein Schneeballsystem: Liken, teilen...

Read More

Generation „Müsli statt Döner“ – die Kolumne von Marc DePulse

Sonntag früh, 8:00 Uhr. Die Schuhe hinüber, die Hose dreckig, das Shirt zerrissen. Glitzer im Gesicht, Apfelmus im Kopf, ein Geruch wie fünf Tage Pumakäfig, aber du bist der glücklichste Mensch der Welt, denn dein Lieblingstürke ums Eck hat dir gerade einen Big Döner gezaubert. Dazu eine Kippe, einen Kaffee, eine Nase und weiter geht’s zur Afterhour oder für manche DJs gleich weiter zum nächsten Gig. Eine mögliche Beschreibung des typischen Ravers, damals wie heute. Ballern ohne Ende, drei Tage wach, „YOLO“. Doch gibt es heutzutage diese Art Raver noch unter den DJs? Ja, aber es werden immer weniger....

Read More

48 Stunden in Georgien: zwischen Party und Putsch – die Kolumne von Marc DePulse

Zugegebenermaßen habe ich in gut 15 Jahren als DJ schon sehr viel erlebt, gesehen, gerochen, angefasst. Immerhin durfte ich meine Musik in mittlerweile 25 Ländern spielen, also bin ich gewissermaßen abgehärtet. Während dein Umfeld die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sagt „Was, da fährst du hin?“, habe ich immer noch ein zielsicheres Grinsen im Gesicht: „Klar, warum nicht?“ Und aus Erfahrung weiß ich, dass Reisen in den Osten immer etwas Spannendes haben. So auch diese. Ich wurde für Freitag, den 15. Juli, nach Batumi, Georgien, gebucht. Da die Reise von Deutschland aus etwas umständlich ist, hat man mich...

Read More

Der DJ als Entertainer – die Kolumne von Marc DePulse

Musik produzieren und damit Geld verdienen? Dafür muss man schon vieles richtig machen beziehungsweise in einschlägigen Branchen aktiv sein. Natürlich spielt man als Musiker seine Monatsmiete heutzutage über die Auftritte ein. Aber auch hier hat man schnell die Grenzen erreicht, denn einfach nur gut auflegen reicht schon seit vielen Jahren nicht mehr aus. Der moderne Künstler ist ein Gesamtpaket aus Musikproduzent, Labelbetreiber, Veranstalter, Marketing-Profi, Blogger, Entertainer und, ach ja, DJ. Für das Gelingen eines Auftritts ist zu 90 % maßgeblich, was vorher passiert. Denn da entscheidet sich, ob überhaupt jemand die Party besucht, auf der man spielt. Für die...

Read More

Most wanted: Booker – die Kolumne von Marc DePulse

Woche für Woche machen es die Großen der Szene vor. Sie spielen unzählige Gigs auf der ganzen Welt, obwohl die letzten Singles vielleicht nur mäßig waren. Und schnell kommt der Gedanke auf: „Das kann ich auch, das will ich auch.“ Also ran an die teuren Maschinen – oder die gecrackte Software. Kick, Hi-Hat, Snares, eine nette Bassline, drei bis vier lustige Synth-Sounds und fertig ist der Track. Ja, so einfach kann man heute elektronische Musik machen – dank moderner Mittel auch klanglich in einer Qualität, von der man früher nur träumen konnte. „Mutti, ich habe jetzt eine Single draußen,...

Read More

Easy Travelling? Das Reisen ist des DJs Frust – die Kolumne von Marc DePulse

4 Tage im Studio und 3 Tage auf Reisen – so könnte man die normale Woche des modernen Musikers beschreiben, alias Produzent und DJ in einer Person. Und für jemanden, der in diesem Rhythmus das ganze Jahr über lebt, ist es unglaublich wichtig, dass das Rahmenprogramm so optimal wie möglich abläuft: entspannt reisen, gut essen, ruhig und gemütlich schlafen und vor allem böse Überraschungen vermeiden. DJ zu sein heißt reisen. Egal ob man es liebt oder hasst, es gehört dazu. Reisen bedeutet eben nicht nur die 2 Stunden Flug sondern das ganze davor und danach. Von der eigenen Haustür...

Read More

Stimmungsbericht aus dem “Kriegsgebiet” – die Kolumne von Marc DePulse

Marc DePulse über seine Auftritte in Beirut (Libanon) und Istanbul (Türkei) am 1. & 2. April 2016 Freunde der kugelsicheren Westen, nachdem ich mich aus den Fängen der Terroristen befreien konnte, sämtlichen Sprengstoffanschlägen knapp entkam und dem Islam beigetreten bin, nur um wieder ausreisen zu dürfen, schreibe ich mit zitternden Händen diesen Stimmungsbericht. Ich habe mich allen vorherigen Warnungen widersetzt und bin in die „Heimat der Terroristen“ geflogen, um dort mein „Leben leichtsinnig aufs Spiel zu setzen“ und zwei DJ-Gigs in Beirut (Libanon) und Istanbul (Türkei) zu spielen. Ich zitiere dabei gerade nur die Aussagen derer, die mich im...

Read More

Stimmungskiller für einen DJ – die Kolumne von Marc DePulse

Stimmungskiller für einen DJ DJs. Wir lieben unseren Job! Denn wo sonst kann man während der Arbeitszeit Alkohol trinken, mal richtig die Sau rauslassen und wird dafür auch noch bezahlt? Wie wir schon einmal festgestellt haben, ist der erfolgreiche DJ anno 2016 ein Gesamtpaket aus Produzent, Labelchef, Marketing-Guru, Facebook-Nerd, Veranstalter und nicht zuletzt auch Entertainer. Und Entertainment beginnt in erster Linie bei einer guten Performance, ergo neben deinem persönlichen Auftreten vor allem mit dem Gespür für den richtigen Sound zur richtigen Zeit. Wenn man schon ein Weilchen dabei ist und über die Jahre viel herumreiste, hat man etliche Erfahrungen...

Read More

Wie schicke ich mein Demo an ein Label? – die Kolumne von Marc DePulse

„Wie schicke ich mein Demo an ein Label?“ Wer den Musikmarkt in den vergangenen Monaten und Jahren etwas intensiver beäugt hat, dem ist eine Entwicklung nicht verborgen geblieben. Früher wollte jeder Kiddie Rockstar oder Sänger werden, heute DJ. Junge Acts drängen mit aller Macht in den Markt hinein, doch die Alten treten nicht ab. In der Generation 35+ zähle ich mich ja mittlerweile selber schon fast zu den alten Eisen. Doch drehen wir das Beispiel Fußball einmal um: nicht in den jungen entwicklungsfähigen Spieler wird investiert, sondern in die reife Flasche Wein. Kaum ein großer Act in unserer Szene...

Read More

Hey, DJ! Mach doch mal lauter!!! – die Kolumne von Marc DePulse

Liebe Freunde des geschützten Trommelfells, eure Zuschriften haben mich ermutigt, meinen Blog an dieser Stelle fortzusetzen. Deshalb lasst mich heute mal ein Thema aufgreifen, was mich am vergangenen Wochenende wieder sehr beschäftigt hat und was ehrlich gesagt nur noch Unverständnis in mir weckt. Nämlich Leute, die vor dem DJ-Pult herum hampeln und einen ständig anschreien: „Mach mal lauter, mach mal lauter!!!“. Liebe Freunde der lauten Musik: die Hersteller unserer Technik haben sich schon etwas dabei gedacht, den Ausschlag der Klänge mit einem roten Balken zu kennzeichnen. Im Handwerk sagt man „Nach fest kommt ab“ – bei Lärm kann man...

Read More

Das Publikum aus DJ-Sicht – die Kolumne von Marc DePulse

Wenn man so Woche für Woche durch die Städte und Clubs dieser Welt zieht, dann begegnen einem schon die komischsten Leute. In letzter Zeit wurde ich immer mal wieder gefragt, wie ich mir das „perfekte Publikum“ vorstelle. Na klar, die Antwort ist eigentlich leicht: geil wäre es, wenn die Bude aus allen Nähten platzt, wenn alle kollektiv ausrasten würden und sich jeder lieb hat. Aber natürlich ist das leichter gesagt als getan. Wie also generiert man ein gutes Publikum? Am Einfachsten wahrscheinlich mit dem Ausschlussprinzip: Leute draußen lassen, mit denen keiner zusammen feiern möchte. Szenenintern unterscheidet man zwischen guten...

Read More