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Marc Romboy – Harmonien & Emotionen


Denkt man an Künstler aus der elektronischen Szene, die die Entstehung dieser nicht nur miterlebt, sondern auch entscheidend beeinflusst haben, dürfte es nicht allzu lange dauern, bis sein Name fällt. Auf seinem Label Systematic Recordings, das Marc Romboy bereits im Jahr 2004 gegründet hat, liefert der in Mönchengladbach lebende DJ und Produzent in regelmäßigen Abständen Gründe dafür, dass er zu einer der wichtigsten Instanzen des elektronischen Kosmos gehört. Unvergesslich bleiben neben seinen Solo-Veröffentlichungen beispielsweise seine Kollaborationen mit Stephan Bodzin und KiNK. Mit seinem neuen Album „Voyage De La Planète“ bricht nun ein neues Kapitel in seiner Arbeit an: Marc Romboy verschmilzt die fremdartigen, faszinierenden Klänge der elektronischen Musik mit der sublimen Schönheit der Klassik. Dafür gründete er das neue Imprint Hyperharmonic. Schon im Dezember letzten Jahres editierte, remixte und rekonstruierte Romboy mit dem Dirigenten Ingo Martin Stadtmüller, dem Arrangeur Miki Kekenj, mit Ali Khalaj und den Dortmunder Philharmonikern Stücke des französischen Komponisten Claude Debussy. Ein Interview.

Marc, wie geht es dir und wie waren die ersten Wochen dieses Jahres?

So etwas wie ein luftleerer Raum. Ich war vom Konzert im Dezember mental noch so sehr eingenommen, weil ich wochenlang mit einem absoluten Tunnelblick an diesem Projekt gearbeitet hatte, dass ich eine Zeit lang brauchte, um mich erst mal davon zu emanzipieren. Daher habe ich im Januar sehr wenig gemacht. Zwei Shows waren dennoch auf eine sonderbare Art wunderschön, zum einen die Nacht mit Robert Babicz im Kölner Gewölbe und dann der Abend im Watergate. Ich habe aktuell das Gefühl, dass die Menschen wieder anfangen, mit dem Herzen Musik zu hören. Das klingt sehr esoterisch, ich weiß. Aber das waren so wunderschöne Energien, ich hätte beide Male den ganzen Laden umarmen können (lacht).

Voller Herzblut klingt auch dein neuestes Werk „Voyage De La Planète“. Was bedeutet der Titel für dich?

Ich bin, wie viele wissen, ein kleiner Philosoph. Wenn man mit mir eine Zeit lang abhängt, kommen recht schnell viele tiefgreifende Fragen auf bzw. Gespräche und hoffentlich auch Antworten zustande. Besonders was die Zukunft angeht, bin ich sehr neugierig. Vor ungefähr einem Jahr habe ich das Buch „Die Physik der Zukunft: Unser Leben in 100 Jahren“ des amerikanischen Wissenschaftlers Michio Kaku entdeckt. Absoluter Super-Tipp. Mit 35 anderen Wissenschaftlern, die Spezialisten auf verschiedenen Gebieten sind, eruiert er, wie die Zukunft aussehen könnte. Das Buch ist in drei Ebenen gegliedert: Die Welt in den kommenden 30 Jahren, die Welt in 30 bis 70 Jahren und die Welt in 70 bis 100 Jahren. Während des Lesens kamen so viele Aspekte und Vorstellungen zusammen, dass in mir der Gedanke geweckt wurde, meine eigene Interpretation von Zukunftsmusik zu machen. Ob das Resultat Realität werden könnte, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Für mich persönlich allerdings könnte Pop-Musik in 100 Jahren so klingen.

Das wäre eine sehr schöne Vorstellung. Es sind einige Jahre seit deinem letzten Solo-Album vergangen. Reine Dancefloor-Alben scheinen noch nie dein Ding gewesen zu sein. Erzähl uns vom Konzept, der Kick-Drum fast vollständig fernzubleiben, und welche Klassik-Künstler dich dabei inspiriert haben.

Ungefähr im Jahr 1990, als ich gerade Abitur gemacht hatte, habe ich Partys quasi verschlungen. Vor allem Acid-Partys in Köln, Düsseldorf und Amsterdam. Allerdings bin ich dort nicht hingefahren, um zu tanzen, sondern vielmehr, um diese Musik zu hören. Sie klang für mich damals so alienmäßig. Ich fand das extrem faszinierend. Vor ungefähr einem Jahr gab es auf Facebook einen Post von Jeff Mills, in dem er über diese Zeit referiert bzw. philosophiert. Dort schreibt er, dass ihn diese Sounds damals auch sehr eingenommen und beeindruckt haben. Ich konnte mich mit diesem Posting unheimlich identifizieren, weil ich es genauso empfunden hatte. Es ging vielmehr um das Hören – egal ob im Club, zu Hause oder im Auto. Das begann beispielsweise mit Belgien-Techno und Plus 8 Records. In Deutschland gab es fast keine Labels, die diese Musik bedienten. Overdrive, Low Spirit und Disko B, mehr nicht. Kurze Zeit später ist die gesamte Szene explodiert und aus einer Schneeflocke wurde eine Monsterlawine. Jedenfalls hatte ich dann, nach dem Lesen des Buches, geplant, ein Album zu machen, auf dem zur Hälfte Dance- und zur anderen Hälfte Listening-Stücke zu finden sind.

Wann war das und wie ist die Entscheidung gefallen, dich doch nur der zweiten Sache zu widmen?

Das war im Sommer 2015. Die Produktion auf diesem neuen Gebiet ging ungemein locker und schnell von der Hand. In einem Tempo und mit einer Leichtigkeit, die ich im Studio schon Ewigkeiten nicht mehr erlebt hatte. Zehn Monate später hatte ich lediglich zwei Tracks für den Dancefloor fertig. Dann habe ich entschieden, nicht Fleisch und Fisch auf einem Teller zu servieren, sondern das komplette Album beim Listening-Projekt zu belassen. Natürlich kann man einige Stücke davon auch im Club spielen, es soll ja auch erlaubt sein, mal Nummern einzubauen, wo die Kick nicht durchgängig läuft (lacht). Das Konzept ging also eher in eine ganzheitliche Richtung, zumal mir diese Kultur, wo man sich zwei, drei Stücke von einem Werk herauspickt, gar nicht zusagt.

Ich habe gelesen, dass du auch auf Autofahrten nach deinen Gigs ganz gerne mal Klassik gehört hast.

Definitiv. Wobei das eher eine Frage des körperlichen Wohlgefühls war. Nach mehr als 20 Jahren im Business habe ich mich scheinbar danach gesehnt, mehr musikalischen Balsam in meine Ohren dringen zu lassen. Es klingt vielleicht nicht unbedingt kollegial, was ich jetzt sage, und ich respektiere jeden, der sich musikalisch ausdrückt. Das heißt aber nicht, dass ich alles gut finden muss, und so habe ich bei sehr vielen Shows die Acts nach mir im Club als extrem anstrengend empfunden, sodass ich recht schnell wieder im Hotel oder im Auto saß. Immer häufiger habe ich mich dann dabei erwischt, wie ich zur Entspannung Sachen wie Bach, Brahms oder sogar Claude Debussy gehört habe. Aber auch Künstler wie Nils Frahm, Philip Glass oder Steve Reich waren dabei. Ich habe festgestellt, dass das ein Genre ist, das hochinteressant ist, in dem sehr viel Innovation und sehr viele Impulse stecken.

Und dann wolltest du diese Welt mit der elektronischen verbinden?

Ja, es kamen mir direkt unzählige Möglichkeiten in den Kopf, wie man diese verbinden kann. Ich habe darüber nachgedacht, wie man die Magie des Momentums in die Produktion einfließen lassen könnte. Dann habe ich angefangen, Sessions aufzunehmen, wie es auch Bands machen. Später, mit etwas Abstand, habe ich sie dann bei Ableton weiterverarbeitet. Ali Khalaj, auch bekannt als Namito, hat mir extrem bei diesem Prozess geholfen. Ein unglaubliches Musikverständnis hat dieser Mann. Zusammen haben wir dann eine neue Methode ausgearbeitet, wie man das Gefühl aus einem Moment festhalten und dann auf eine, sage ich mal, moderne Art und Weise zu Ende produzieren kann. Ich erinnere mich an Studio-Sessions 1999 mit Thomas P. Heckmann, wo wir auf DAT aufgenommen haben. Dort konnte man anschließend maximal etwas schneiden, das war es dann.

Wie sieht diese Arbeitsweise im Detail aus?

Man jammt z. B. zehn Minuten mit einer Bassline herum, moduliert diese immer weiter mit Kompressoren, Effekten und mehr. Wenn man später an einer Nummer mit einem coolen Groove sitzt, nimmt man sich diese zehnminütige Bassline in das Arrangement und kann dann mit einem 16-Takt-Loop durch diese zehn Minuten durchfliegen und sich den Part herausnehmen, der einem zusagt. Man kann also unwahrscheinlich schnell zu Ergebnissen und Entscheidungen kommen, weil man in der Zwischenzeit auch diesen Abstand bekommt. Diese Arbeitsweise verfolge ich mittlerweile seit ungefähr zwei bis drei Jahren. Für mich ist es die mit Abstand effektivste und zufriedenstellendste Art zu arbeiten. Ich erinnere mich noch an Zeiten, wo auch ich Cubase-Kästchen auf einem weißen Blatt Papier durch die Gegend geschoben habe. Für mich wäre das absolut nichts mehr.

Welche Hardware hast du bei der Produktion vermehrt verwendet?

Egal ob ich mit anderen Produzenten oder allein arbeite, ich lande immer wieder beim Minimoog oder in der virtuellen Version von Arturia. Das Ding kostet fast gar nichts und ist für mich eine absolute Zauberkiste. Ich wage auch weiterhin zu behaupten, dass niemand den Unterschied zwischen der analogen bzw. digitalen Version heraushört. Dann nicht zu vergessen der brandneue Ob-6, die Kollaboration zwischen Dave Smith und Tom Oberheim. Auch saugut. Darüber hinaus habe ich sehr viel mit Drumcomputern aus den 70er-Jahren gearbeitet. Für mich klingen diese mittlerweile wesentlich moderner als die üblichen Verdächtigen wie 808 oder 909. Es werden immer tolle Drumcomputer bleiben, aber sie werden natürlich auch extrem gehypt. Selbst Trend-Medien glorifizieren diese zwei Modelle und erheben sie zum Kult. Aus dem Grund habe ich mich etwas näher mit dem Jahrzehnt davor beschäftigt.

Lass uns über die Zeit im Studio sprechen. Du hast mit Keyboarder Ali Khalaj, Konzertmeister Miki Kekenj und einem Streich-Quartett gearbeitet.

Miki habe ich über Frau Dr. Volkwein kennengelernt, die mich damals beim Konzerthaus Dortmund engagiert hatte. Sie hat im Prinzip den gesamten Matchplan für das Konzert geschrieben bzw. entworfen und auch den Dirigenten ausgesucht. Sie hatte vor zwei Jahren auch schon Super Flu betreut. Sie hat mich 2015 angerufen und gefragt, ob ich das machen möchte. Ohne überhaupt wirklich zu wissen, was auf mich zukommt, habe ich Ja gesagt. Sie hat mir erzählt, dass sie im Gefühl hätte, dass das genau mein Ding sein könnte. Nichtsdestotrotz war das alles eine große Challenge. Mit ihrer Erfahrung und Intuition hat sie mir sehr geholfen und ich weiß nicht, ob ich das ohne sie hinbekommen hätte. Das Ergebnis macht mich sehr zufrieden und ohne die freiwillige Hilfe von Leuten, die sich da besser auskennen, wäre das lange nicht so gut geworden. Sie hat mich mit Miki verknüpft und gesagt, dass er quasi mein Konzertmeister und Arrangeur sein und an meiner Seite arbeiten würde. Als ich ihn dann in einem Café in Düsseldorf getroffen habe, dachte ich: „Oh, der sieht aber Hip-Hop-mäßig aus.“ Ich habe dann auch erfahren, dass er aus der Hip-Hop-Szene kommt. Wir haben uns sehr gut verstanden und ich habe ihn gefragt, ob er nicht auch etwas für mein Album machen möchte. Er sagte: „Ja klar, schick mal die Noten.“ Und ich so: „Ähm, was für Noten? Ich kann dir ’ne Nummer schicken, Alter.“ (lacht) Nun ja, dann habe ich erst mal lernen müssen, dass Orchester-Musiker in der Regel „nur“ Sachen abspielen. Sie bekommen ein Werk vorgelegt und geben dieses wieder. Es ist also nicht so, wie ich vorher wohl etwas blauäugig gedacht hatte, dass da jemand einfach drauf los spielt bzw. komponiert. Dann habe ich aber festgestellt, wie wunderbar eigentlich die elektronische Szene ist.

Wegen ihrer Einfachheit?

Exakt. Da kann sich jedes Kind, 14 Jahre alt, mit seinem PC Free-Plugins besorgen, muss gar keine große Kohle ausgeben und kann total kreativ Musik machen. Wie geil ist das denn, bitte? Im zweiten Gedanken hat es mich dann geärgert, dass unsere Szene nicht auch so eine große Lobby wie die klassische hat. Wobei ich aber denke, dass sich das ändern wird. Wir werden alle älter, einflussreicher und reifer. Es hat mich auch geärgert, weil in unserer Gesellschaft viele Leute elektronische Musik nur mit sehr kommerziellen Acts wie z. B. David Guetta in Verbindung bringen und dann sagen: „Aha, das ist also elektronische Musik.“ Das war definitiv auch ein Antrieb für mich. Vielen Menschen muss scheinbar erst mal klar gemacht werden, was das überhaupt für eine Bewegung ist seit 25 Jahren, die quasi nicht nur revolutionär ist, sondern auch auf eine total kreative Art und Weise Demokratie 2.0 bedeutet. Miki und ich haben uns weiter unterhalten, ich habe ihm einfach einen Track geschickt und gesagt: „Spiel, spiel einfach, was immer dir einfällt.“ Das hat super funktioniert, dazu hat auch er etwas gelernt und konnte sich kreativ austoben. Das Resultat war, dass er mir Tränen in die Augen getrieben hat. Das passt einfach super zusammen und wir sind mittlerweile richtig gut befreundet.

Du hast ebenfalls gelernt, „dynamischer zu arrangieren“, habe ich gelesen. Wie verlief dieser Prozess?

Das war ein Prozess, an dessen Entstehung viele verschiedene Richtungen beteiligt waren. Er war zum einen geprägt vom voneinander Lernen, davon, in die jeweils andere Musik einzutauchen und sie vor allem zu verstehen. Ich habe diverse Bücher gelesen von Dirigenten, Musikern und Wissenschaftlern, die Musik im Allgemeinen beschrieben haben. Ich glaube, dieses Feld ist so exorbitant groß, das könnte man zehn Jahre lang studieren und weiß danach immer noch nicht sonderlich viel. Darüber hinaus habe ich mir sofort, als ich das Konzert zugesagt habe, zwei Musiklehrer geschnappt. Einen Klavier-Lehrer und den anderen für Musikgeschichte und Theorie. Mit denen habe ich dann eineinhalb Jahre durchgepaukt. Das muss man sich mal vorstellen, ich bin schon so lange dabei und im Prinzip weiß ich gar nichts. Man kann quasi immer Schüler sein, bis zu seinem letzten Atemzug. Diese Tugend sollte man, denke ich, auch beibehalten – egal wie alt man ist, egal was man bislang erreicht oder bereits drauf hat.

Was hast du in dieser Zeit gelernt?

Ganz andere Ansichten und Einblicke in die Welt der Komposition habe ich gewonnen und gemerkt, dass man eigentlich viel mehr machen kann als das, was ich bisher gemacht hatte. Eine Erkenntnis z. B. war eben, dass die Kick-Drum nicht die gesamte Zeit durchholzen und der Volume-Level nicht permanent auf Anschlag stehen muss. Ich erinnere mich sehr gut an ein Gespräch mit Michael Mayer von Kompakt, in dem er mir sagte, dass er eine Vorliebe dafür habe, auch mal eine Nummer zu spielen, wo acht Minuten gar keine Kick läuft. Kontraste schaffen. Den Dancefloor resetten und heiß machen. Dramaturgien und Spannungen schaffen. In der Klassik ist diese Stilmethode völlig normal und ich finde, dass man das auch im Club gut umsetzen kann. Das bedeutet nicht, dass die Breaks in Zukunft noch dramatischer werden sollen oder man alle paar Minuten so etwas machen muss. Mir geht es vielmehr um neue Akzente und Harmonien. Bei mir dreht sich alles um die Emotion.

Gleich das erste Stück hast du nach einem französischen Sci-Fi-Autor benannt, bekannt durch „Um die Erde in 80 Tagen“ etc. Inwieweit wurden bei dir Abenteuer-Lust und Neugierde geweckt?

Ich hatte ein Booking im Rex in Paris und habe einen Tag drangehängt. Die Nummer war zu dieser Zeit fertig und plötzlich stand ich dort neben einem Karussell, das „Jules Verne“ hieß. Da habe ich gedacht: „Alles klar, das ist der Name.“ Er passt in der Tat extrem auf die Attribute, die du gerade genannt hast.

Du hast mit den Dortmunder Philharmonikern vor wenigen Wochen ein Konzert gespielt. Ich kann mir vorstellen, dass auch deine Nervosität dort eine gänzlich andere war als an einem herkömmlichen DJ-Pult in einem Club. Oder?

Und wie. Ich hatte mir davor, um ehrlich zu sein, gar keine Gedanken gemacht. Ich muss zugeben, dass ich vor einem Club-Gig nicht gerade zittere wie Espenlaub. Das ist eher eine große Vorfreude statt Nervosität, die zwar immer noch minimal vorhanden ist, aber überschaubar bleibt. Auf jeden Fall ging es vier bis fünf Stunden vor dem Konzert schon los, kurz nachdem die Generalprobe vorbei war und wir dann gemeinsam zu Mittag gegessen hatten. Kurz bevor ich raus musste, als ich in einer Art Vorraum stand, wo auf Monitoren auch das gesamte Geschehen im Saal zu sehen war, war es am extremsten. Michael Baker, der Stagemanager, meinte dann irgendwann zu mir: „So, raus mit dir.“ Und ich: „Wie, ich? Jetzt?“ Das war schon ziemlich surreal und auch der Applaus war mir etwas unangenehm. 1200 Leute, von denen man niemanden gesehen hat wegen der Dunkelheit. Das Konzert wird bald vom Boiler Room übertragen und ab 2018 möchten wir mit dem Konzept auf Tour gehen.

Du veröffentlichst das Album auf deinem neuen Label Hyperharmonic. Es erscheint als Doppel-12Inch-Vinyl und es gab bereits eine Vorab-10Inch. Was ist auf dem Label geplant und welcher Philosophie folgt es?

Bis dato ist noch nichts Konkretes geplant. Es ist jeder aufgerufen, mir schöne Musik zu schicken. Das Label soll das Pendant zu Systematic werden, wo Musik veröffentlicht wird, die ich gerne höre und nicht zwingend im Club spiele.

Wird es Remixe von den Album-Stücken geben?

Eine Stimme in mir sagt mir, dass die Stücke in diesem Fall unangetastet bleiben sollten. Ich bin noch unentschlossen und lasse die Reaktionen, denke ich, erst mal auf mich wirken. Das Projekt wird sicherlich etwas Zeit brauchen, um die völlige Entfaltung zu erlangen, die es benötigt. Ich und eine Menge anderer Leute haben viel Leidenschaft investiert. Das Artwork wurde von Torsten Posselt vom Berliner Künstlerkollektiv FELD kreiert, das fantastische Arbeit geleistet hat. Für mich ist Leidenschaft generell der Schlüssel zu Erfolg.

Was ist auf Systematic geplant und welche Highlights stehen sonst bei dir an?

Es sind aktuell EPs geplant von Sebastien Leger, Fabrice Lig, Roy Rosenfeld und Robert Babicz. Ansonsten darf ich wieder einige interessante Orte besuchen und nach wie vor sehe ich die Tatsache, unvergessliche Erinnerungen sammeln zu dürfen, als ein großes Privileg an. Erinnerungen, die man sich für kein Geld der Welt kaufen kann und die einen dennoch reich fühlen lassen.

Aus dem FAZEmag 061/03.2017
Text: Rafael Da Cruz
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