Lokführer „schachmatt“: Fußballfans kiffen im Zug

Marihuana-Rauch im Zug

Die Rückfahrt nach einem FCN-Spiel – eigentlich nur ein Regionalexpress durch Franken, doch diesmal wird der Zug zum Hotspot. Nicht nur laute Gesänge und Frust nach Abpfiff, sondern dichte Wolken von Marihuana-Rauch hängen zwischen den Wagons. Der Geruch zieht durch die Abteile, setzt sich in Sitzen und Kleidung fest. Für Mitfahrende, die einfach nur nach Hause wollen, wird die Fahrt zur unfreiwilligen Hotbox. Der Lokführer meldete sich dienstunfähig.

Der Joint kreist, während gleichzeitig Vandalismus losbricht: Sitzpolster aufgeschlitzt, Scheiben beschmiert, Türen blockiert. Fußballfrust, Alkohol und Gras vermischen sich zu einer Atmosphäre, die kippt – irgendwo zwischen Party und Kontrollverlust.

Die Polizei spricht von massiven Verstößen. Dass im Zug nicht nur randaliert, sondern auch offen gekifft wird, markiert für viele den nächsten Eskalationsschritt. Ein Regionalexpress verwandelt sich so in eine Mischung aus Raucherlounge und Chaoskabine.

Doch die eigentliche Frage bleibt: Wie kann es passieren, dass ein Zug auf einer so absehbar hitzigen Rückfahrt ohne ausreichendes Sicherheitspersonal unterwegs ist? Wer trägt Verantwortung, wenn ganze Abteile im Rauch verschwinden und Mitfahrende Angst haben, überhaupt einzuschreiten?

Für die Bahn bedeutet das nicht nur Sachschäden, sondern auch ein Imageproblem: Fahrgäste, die eigentlich Fußballfans sein sollten, verwandeln den Regionalverkehr in einen mobilen Rave, bei dem niemand fragt, ob das noch legal ist.

Am Ende bleibt der bittere Nachgeschmack – und nicht nur vom Grasgeruch. Verantwortung wird zwischen Fans, Verein, Bahn und Polizei hin- und hergeschoben. Doch solange Züge nach Spielen zu improvisierten Hotboxen werden, wird das Problem weiterrollen – von Station zu Station, von Wochenende zu Wochenende.

Quelle: br.de

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