
Der in Frankfurt lebende britische Techno-DJ und Produzent Mark Reeve hat sich erneut deutlich zu der aktuellen wirtschaftlichen Schieflage der Szene geäußert. In einem Statement fordert er Solidarität mit Clubs, die in Zeiten der anhaltenden Clubkrise massiv von Schließungen bedroht sind.
Fast wöchentlich liest man vom Aus eines weiteren Clubs. Die Kulturorte der musikalischen Begegnung stecken nach der Covid-19-Pandemie in einer schwierigen Lage. Das Ausgeh- und Konsumverhalten hat sich geändert, die Betriebskosten sind gestiegen.
Zuletzt berichteten wir etwa die Schließung des Projekt-X in Bochum, des Studio56 in Koblenz, des U-Clubs in Wuppertal oder auch des N1 Clubs und des Fun-Parcs Trittau in Schleswig-Holstein, womit im gesamten Landkreis Ahrensburg nur zwei Musikclubs bleiben.
Auch Mark Reeve hat den Ernst der Lage erkannt. Der Techno-Produzent und -DJ ist bekannt dafür, seine Meinung zum aktuellen Zustand der Szene und der Clubkultur öffentlich zu teilen.
Bereits im Frühjahr 2025 senkte Reeve seine Gage um Clubs zu entlasten und das Feiern wieder zugänglicher zu machen. Damals sprach er offen über Inflation, steigende Kosten auf allen Ebenen und präsentierte Ideen, wie man Menschen trotz knapper Budgets zurück auf die Tanzflächen holt.
Auch 2024 mischte sich Reeve in die Debatte um den Zustand der Szene ein: In einem vielbeachteten Post kritisierte er die Dynamiken rund um große Festivals, Influencer-Mechaniken und VIP-Kult – und forderte einen realitätsnäheren Blick auf die Bedürfnisse von Clubs und Community.
Mark Reeve während einer seiner Club-Gigs, hier im Bollwerk Köln:
Sein aktuelles Statement: Hohe Künstlergagen, gestiegene Fixkosten und zurückhaltendes Ausgehverhalten brächten viele Clubs an die Grenzen. „Bitte vergesst nicht, euren lokalen Club zu unterstützen … Es ist wichtig, dass wir alle zusammenhalten – und egal wer spielt, zeigt euch und supportet“, so Reeve.
Reeve betont, dass das Problem weit über Deutschland hinausgehe. Viele Clubs könnten internationale Headliner finanziell oder infrastrukturell nicht stemmen, während Teile des Publikums nur bei „ihrem Lieblingsact“ erscheinen. Sein Appell: Loyalität zu lokalen Venues und Veranstaltern, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen Programm kuratieren. Zudem macht Reeve klar, dass DJing mehr sei als reine Show—es gehe um dramaturgisch gebaute Sets und das Gespür, „die richtigen Tracks zur richtigen Zeit“ zu spielen.
Reeve fügt hinzu: „Ich habe immer versucht, den Leuten einen Platz auf der Gästeliste zu geben, falls sie sich kein Ticket leisten können – meine Arme sind also immer offen für eine Gästelisten-Umarmung.“ Gleichzeitig breche es ihm über seinen Einsatz für alle Akteure hinaus das Herz, zu sehen wie Clubs schließen müssten und die Menschen das Interesse an der Musik selbst verlierten.
Das komplette Statement von Mark Reeve auf Facebook:
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