Mau P
 – vom Shootingstar zur Pacha-Residency

Kaum ein DJ und Produzent hat in den letzten Jahren so rasant an Bedeutung gewonnen wie Mau P. Seine Produktionen mischen House und Techno mit unverwechselbaren Hooks, während er als DJ für unberechenbare, aber stets stimmige Sets bekannt ist. Im Sommer 2025 stellte er sich der vielleicht größten Herausforderung seiner bisherigen Laufbahn: einer eigenen Residency im Pacha Ibiza unter dem Titel „Baddest Behaviour“.

„Es ist wirklich stressig, aber jedes Mal unglaublich befriedigend, wenn ich den Club voller Menschen sehe, die lachen und tanzen“, sagt Mau P über seine erste Saison im Pacha Ibiza. Für den 28-Jährigen ist die Residency ein Meilenstein. „Am Anfang dachte ich, wir brauchen ein großes Konzept oder ein Branding. Aber Solomun, der ja seit über zehn Jahren seine eigene Nacht hier hat, hat mir erklärt: Am Ende ist es deine Residency – die Leute kommen, um dich zu sehen.“ So entstand „Baddest Behaviour“: kein überladenes Konzept, sondern ein klares Setting mit urbanen Einflüssen, großen Lichtelementen und einem Line-up, das Mau P selbst kuratiert. „Wir haben es simpel gehalten und nah an mir selbst — kombiniert mit Künstlern, die ich liebe.“ Damit trifft er den Nerv des Pacha-Publikums, das seine Mischung aus Energie, Authentizität und musikalischem Tiefgang schätzt.

Dass seine Abende nicht „nur“ eine Nacht im Club sind, liegt auch an der außergewöhnlichen Produktion. Schon der Eingang mit Spiegel-Optik erzeugt den Eindruck, in eine andere Dimension einzutreten. Drinnen glitzern die legendären Pacha-Kirschen in Silber, während über dem DJ-Pult ein monumentaler Kristalllüster hängt, der mit Laserstrahlen und Pixel-LED-Technik bespielt wird. Das ikonische sechseckige Deckengewölbe wurde zu einer reflektierenden Leinwand umgestaltet, die die Grenzen zwischen Booth und Dancefloor verschwimmen lässt. Zusammen mit der Musik entsteht ein Gesamterlebnis, das von Gola Studio gemeinsam mit dem Pacha-Team entwickelt wurde und jede Nacht neu zum Leben erweckt.

Als Produzent hat Mau P in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er mehr ist als ein DJ mit einem Hit. Seine Tracks verbinden eingängige Hooks mit clubtauglicher Wucht, House mit Techno-Einflüssen — sein Sound lässt sich nur schwer in eine Schublade packen. Auch bei seinen DJ-Sets ist immer Platz für Unerwartetes: „Wenn ich zehn großartige Minimal-Tracks aus den frühen 2000ern finde, dann spiele ich die auch“, sagt er über seine Sets. „Manche wundern sich, aber ich will ehrlich sein und zeigen, wer ich bin.“ Gerade diese Haltung macht ihn spannend: Mau P setzt nicht auf Schema F, sondern lässt sich von Stimmungen und Neuentdeckungen leiten. Ibiza liefert dabei die perfekte Umgebung. „Ich gehe immer noch viel feiern, um zu sehen, wer was spielt, welche Sounds gerade spannend sind. Ich sauge das auf und bringe es in meine eigenen Abende ein.“

Sein Alltag auf der Insel wirkt entsprechend improvisiert und intensiv. „Man will eigentlich nur Mittag essen gehen – und plötzlich sitzt man mit Freunden am Strand, trinkt etwas, und am Ende landet man nachts wieder im Club“, lacht er. Das Leben zwischen Studio, Strand und Dancefloor macht für ihn den besonderen Reiz aus. Doch die Residency ist nur ein Kapitel. Nach dem Sommer stehen US- und Südamerika-Touren auf dem Plan, bevor er sich im Januar eine längere Pause nimmt, um ins Studio zurückzukehren. „Ich liebe das Reisen und Auftreten, aber es ist wichtig, auch mal runterzukommen und Zeit zum Produzieren zu haben.“

Die Pläne für die Zukunft sind ambitioniert: „Baddest Behaviour“ soll international wachsen.„Die Shows, die ich in den USA starte, will ich in großem Stil auch nach Europa bringen,“ so Mau P. Die Residency im Pacha war dafür der erste Schritt und hat gezeigt, dass Mau P nicht nur als Produzent auf Erfolgskurs ist, sondern auch die Fähigkeit hat, eine ganze Saison lang eine der wichtigsten Bühnen Ibizas zu prägen. Zwischen seiner Studioarbeit und den durchtanzten Nächten des Sommers hat sich erwiesen, dass Mau P längst mehr als ein Shootingstar ist. Ibiza war der Test – und hat bestätigt, dass er gekommen ist, um zu bleiben.

Vor den eigentlichen Clubnächten, lohnt sich ein Besuch im Pacha Restaurant. Die Atmosphäre ist angenehm zurückgenommen, das Publikum gemischt, und die Küche setzte auf mediterrane Klassiker, die modern interpretiert wurden. So hat der Abend einen ruhigen Auftakt, bevor sich langsam die Dynamik des Clubs bemerkbar macht. Nach dem Dinner bietet sich Paradiso Cocktail Bar an. Dort stehen Drinks und Design im Vordergrund – klare Linien, gedämpftes Licht, aufmerksamer Service. Die Bar wirkt wie ein kleiner Kontrast zum lauten Hauptfloor, ein Zwischenraum, in dem man sich sammeln kann, bevor es dann im Club zur Sache geht.