Max Richter – The New Four Seasons: Vivaldi Recomposed (Deutsche Grammophon)


Eine überraschende Rückkehr Max Richters zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Vor zehn Jahren hatte der Komponist im Rahmen der „Recomposed“-Reihe von der Deutschen Grammophon dieses Meisterwerk der Barockmusik bearbeitet. Mit seiner Interpretation, bei der er die Originalpartitur mal mehr, mal weniger sezierte sowie elektronische Sounds und Muster hinzufügte, schuf Richter selbst ein Meisterwerk, das sehr großen Eindruck hinterließ. Seine spielerische, aber auch intensive kompositorische Art ist ein einziger Genuss. Und nun? Kehrt Max Richter zurück zu den Wurzeln, spielt seine Jahreszeiten neu ein – mit alten Instrumenten, um näher an der Barockzeit zu sein. Darmseiten für die Streicher und die elektronischen Klänge kommen dieses Mal aus einem alten Moog-Synthesizer. Und tatsächlich, das Album bekommt dadurch noch eine neue Ebene, die organischer, rauer und grobkörniger ist und damit einen guten Kontrast zur der ersten Version gibt. Man fühlt sich näher dran, ist intensiver drin und spürt einfach mehr in der Magengegend – und wir reden hier nicht von Bass. Das passiert leider viel zu selten bei Musik, Richter kann es mit Leichtigkeit. 10/10Dieter Horny