Mega-Strafe für illegalen Ibiza-Rave bestätigt – Sven Väth übt Kritik

Den Veranstaltern der illegalen „Anomalist“-Party auf Ibiza droht offenbar die Höchststrafe von 300.000 Euro.

Damit zeichnet sich eine deutliche Verschärfung des Vorgehens gegen nicht genehmigte Großveranstaltungen auf der Insel ab. Die Party zwischen Buscastell und Sant Mateu war von den Behörden aufgelöst worden, nachdem sich dort mehr als 1.000 Besucher versammelt hatten (FAZEmag berichtete). Nach Angaben der Behörden handelte es sich um eine professionell organisierte Veranstaltung mit drei Tanzflächen, mehreren Bühnen, Getränkebars, Catering, Krankenwagen samt medizinischem Personal, Sicherheitskräften, einem mobilen Karussell sowie moderner Ton- und Videomapping-Technik.

Auf dem Line-up standen unter anderem WhoMadeWho, Seth Troxler und Dennis Cruz. Die Behörden prüfen nicht nur mögliche Verstöße der Organisatoren. Berichten zufolge wurde zudem die Möglichkeit ins Spiel gebracht, beteiligten Künstlern künftig Auftritte in offiziellen Clubs und Veranstaltungsreihen auf Ibiza zu untersagen. Bereits zuvor hatte der Branchenverband Ocio de Ibiza angekündigt, dass DJs, die trotz entsprechender Vertragsklauseln bei illegalen Veranstaltungen auftreten, künftig nicht mehr von den Mitgliedsclubs gebucht werden sollen. Dazu gehören unter anderem Ushuaïa, Hï Ibiza, UNVRS, DC10, Club Chinois und Lío.

Für Sven Väth ist der Fall klar. Der deutsche Techno-Pionier kritisiert insbesondere die Dimension der Veranstaltung. „Wenn man mehr als 1.000 Menschen auf ein Privatgrundstück einlädt, die Veranstaltung öffentlich bewirbt und eine vollwertige Festivalinfrastruktur mit Bühne, Beleuchtung, Tonanlagen, Sicherheitspersonal, Bars, Imbissständen und Ticketverkauf aufbaut, veranstaltet man keine private Feier mehr. Man führt faktisch eine kommerzielle Veranstaltung durch, und kommerzielle Veranstaltungen unterliegen bestimmten Regeln und Vorschriften.“

Väth weist zudem die häufig vorgebrachten Rechtfertigungen zurück. „Das hat nichts mit persönlicher Freiheit zu tun, noch damit, ob die Clubs auf Ibiza zu teuer geworden sind oder ob manche Menschen das traditionelle Club-Erlebnis nicht mehr genießen.“ Aus seiner Sicht sei es daher „völlig verständlich“, dass Behörden und Polizei eingegriffen hätten. Besonders kritisch sieht er die Folgen solcher Großveranstaltungen für die Insel. „Überdimensionierte und offensichtlich illegale Veranstaltungen wie diese letztendlich allen anderen schaden“, erklärt Väth. Sie führten zu einer strengeren Durchsetzung von Vorschriften und erschwerten damit auch kleinere Zusammenkünfte, spontane After-Partys und private Feiern.

Der DJ betont zugleich die besondere Kultur Ibizas: „Ibiza hat schon immer von Freiheit, Kreativität und einzigartigen Momenten gelebt. Aber Freiheit bedeutet nicht, über dem Gesetz zu stehen.“ Wer bei Veranstaltungen dieser Größenordnung bewusst Grenzen ausreize, riskiere laut Väth „mehr Einschränkungen, mehr Kontrollen und weniger Freiheiten für alle anderen“. Der Fall gilt bereits jetzt als möglicher Wendepunkt im Umgang der Insel mit illegalen Events. Während die Ermittlungen weiterlaufen, könnten sowohl die drohende Rekordstrafe als auch mögliche Booking-Sperren für beteiligte Künstler künftig neue Maßstäbe für die elektronische Musikszene auf Ibiza setzen.

Seth Troxler, einer der DJ-Stars, der an diesem Abend auflegte, meldete sich ebenfalls zu Wort und nahmt dabei vermutlich Stellung zu Sven Väths Kritik. Nicht ganz klar ist, wie viel Sarkasmus in seinen Worten steckt, denn die Antwort fällt durchaus knapp aus: „Gut gesagt. Es ist verrückt. Mir wurde gesagt, es handele sich um eine private Feier…“

Das könnte dich auch interessieren:

Ibiza: Illegaler Mega-Rave mit Seth Troxler & Dennis Cruz gestoppt