Mehr Umweltschutz: Berliner Clubs sollen nachhaltiger werden

Wer in Berlin feiern möchte, der kann das rund um die Uhr tun. Egal ob Montag, Mittwoch oder Sonntag, es finden sich zu so gut wie jeder Tages- und Nachtzeit Clubs, die zum Tanzen und Feiern einladen. Viele Läden, wie zum Beispiel das Sisyphos, öffnen ihre Pforten für mehrere Tage am Stück und zwar ohne Pause. In erster Linie ist das natürlich eine äußerst coole Sache, allerdings sind mit diesem Dauerbetrieb auch Faktoren verknüpft, die sich negativ auf unsere geliebte Umwelt auswirken. Diese Problematik will man in Berlin jetzt mit nachhaltigen Konzepten bekämpfen.

Ob Stromverbrauch, der zehnstündige Flug des DJs oder der viele Müll: Clubs belasten (in-)direkt die Umwelt. Vereine wie clubliebe e.V setzen sich jedoch dagegen ein und entwickeln gemeinsam mit der Clubcomission und dem BUND Berlin e.V Ideen, die die Nachhaltigkeit von Clubs fördert und verbessert.

Ein vom clubliebe e.V ins Leben gerufene Projekt heißt „Clubmob.Berlin“ und bietet Energieberatungen für Clubs an. Das läuft dann folgendermaßen ab: Zunächst wird ausgerechnet, wie viel Wasser und Strom der Club verbraucht und wie man den Verbrauch möglicherweise effizienter gestalten kann. Im Anschluss wird eine Party veranstaltet bei der alle Einnahmen in Energiesparmaßnahmen fließen, wie beispielsweise in einen Ökoströmanbieter.

Ein weiteres Projekt ist der „Green Club Guide“. Auch diese Online-Broschüre stellt Tipps für mehr Umweltschutz bereit und beantwortet wichtige Fragen zur Energieeffizienz von Geräten, zu Recycling-Möglichkeiten und vielem mehr. Die Clubbetreiber sparen sich so eine aufwändige Recherche (die für viele möglicherweise ein großes Hindernis wäre) und können online bequem alles nachlesen.

Wichtig sei zudem auch der szenen-interne Austausch über Fortschritte und Probleme, so die „Clubtopia“-Projektleiterin Konstanze Meyer. Clubtopia organisiert Diskussionsrunden und Workshops für Clubbetreiber und Veranstalter, in denen neue Ideen für umwelt- und klimafreundliche Clubkonzepte besprochen werden.

Die gewonnenen Erkenntnisse und Kompetenzen werden nicht nur intern besprochen, sondern auch nach draußen kommuniziert. Inbesondere junge Menschen gehören zur Zielgruppe, da diese den Großteil der Club- und Festivalbesucher ausmachen. Um die hohe Bedeutsamkeit der jungen Leute heraus zu kristallisieren, wurden „Future Party Labs“, sogenannte Zukunftslabore, entwickelt. Konstanze Meyer erklärt, dass jeder in den Labors arbeiten könne, der innovative Clubkonzepte mitgestalten will. Damit die Motivation nicht verloren geht, gibt es Ideenwettbewerbe, bei der die besten Ideen gekürt und zusätzlich unterstützt werden, eine klasse Sache!

Dass Berlin der Vorreiter bezüglich umweltbewusster Feierkultur ist, war voraus zu sehen. Doch auch in anderen Städten ist dieser positive Trend bemerkbar. So zum Beispiel in Osnabrück, wo die Veranstaltung „Techno for Future! Techno tanzen, Bäume pflanzen!“ auf die Beine gestellt wurde. Besonders bemerkenswert ist allerdings das Konzept eines Freiburger Bar: Durch Fahrradfahren müssen die Gäste den Strom selbst erzeugen, ansonsten gibt es keine Musik. Da setzt man sich doch gerne auf den Sattel.

Weitere Infos zu Projekten von clubliebe e.V findet ihr hier.

 

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