
Nach einem Meningitis-Ausbruch in der englischen Grafschaft Kent werden Besucher eines Nachtclubs in Canterbury dringend aufgefordert, vorsorglich Antibiotika einzunehmen. Die Gesundheitsbehörden sehen einen Zusammenhang mit dem Club Chemistry.
Nach Angaben der Betreiber sollen zwischen dem 5. und 7. März mehr als 2.000 Menschen den Club besucht haben. Genau in diesem Zeitraum soll der Ausbruch seinen Ursprung gehabt haben.
Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA ruft alle Gäste dieser Tage dazu auf, sich behandeln zu lassen. Hintergrund sind mehrere bestätigte Krankheitsfälle im Umfeld des Clubs. Seit dem 13. März sind zwei Menschen an den Folgen der Erkrankung gestorben.
Darunter befinden sich ein Student der Universität Kent sowie ein Schüler der 13. Klasse aus Faversham. Darüber hinaus wurden bislang 13 weitere Infektionen bestätigt. Alle betroffenen Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Trish Mannes von der UKHSA erklärte: „Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass einige Fälle den Club Chemistry in Canterbury besucht haben.“ Sie betonte die Dringlichkeit der Maßnahme: „Es ist wichtig, dass sich alle, die den Club zwischen dem 5. und 7. März besucht haben, jetzt zur vorbeugenden Antibiotikabehandlung melden.“
Auch Studierende, denen bereits Antibiotika angeboten wurden, sollen die Behandlung wahrnehmen. Laut Behörden werden diese direkt über die Universität kontaktiert. Clubbetreiberin Louise Jones-Roberts gab an, bereits einen Großteil des Personals erreicht zu haben.
90 von 95 Mitarbeitern seien informiert worden und aufgefordert, sich behandeln zu lassen. Sie bestätigte zudem konkrete Fälle im direkten Umfeld des Clubs. Bei einem Mitarbeiter sei „inzwischen Meningitis diagnostiziert worden“, während sich zwei weitere mit Verdacht in der Notaufnahme befänden.
Eine vollständige Nachverfolgung aller Gäste ist jedoch schwierig. „Wir haben einen Ausweisscanner, aber das ist eher eine Sicherheitsmaßnahme. Er fotografiert einige Führerscheine, Personalausweise und so weiter“, erklärte Jones-Roberts.
Experten gehen davon aus, dass ein seltener Stamm der Krankheit, Meningitis B, für den Ausbruch verantwortlich ist. Gegen diesen werden Säuglinge in Großbritannien seit 2015 geimpft.
Ältere Jugendliche und Studierende sind jedoch meist nur gegen andere Meningokokken-Gruppen geschützt. Eine landesweite Einführung des MenB-Impfstoffs gibt es bislang nicht, obwohl er privat verfügbar ist.
Aufgrund der aktuellen Lage wird nun ein begrenztes Impfprogramm vorbereitet. In den kommenden Tagen sollen Studierende in Wohnheimen auf dem Canterbury Campus der Universität Kent geimpft werden.
Besucher des Clubs können Antibiotika an mehreren Stellen erhalten, darunter im Kent and Canterbury Hospital, in der Westgate Hall, im Thanet Hub in Margate sowie im Senatsgebäude der Universität.
Personen mit Symptomen einer Meningitis oder Sepsis werden dringend aufgefordert, sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen oder den Notruf zu wählen.
Quelle: Mixmag
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