Im Pamir-Gebirge in Zentralasien wurden von Archäologen die ältesten Haschpfeifen der Menschheit gefunden. Die Räuchergefäße enthalten Spuren von sehr Cannabinoid-reichen Hanf.

Drei Forscher vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena und ihre Kollegen von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking gehen davon aus, dass schon vor 2.500 Jahren Haschisch im Pamir-Gebirge geraucht wurde. Dies deuteten sie aus dem Fund eines Räuchergefäßes, in dem sie Reste von sehr potentem Cannabis nachweisen konnten.

Bei den Grabungen wurden 50 Hügelgräber des im Nordchina gelegenen Jirzankal-Friedhofs. Die Grabstätte liegt auf 3.000 Metern Höhe und wurde vor rund 2.400 bis 2.600 Jahren genutzt. Neben den menschlichen Überresten fand man auch Steinwerkzeuge, Woll-Textilien und viele andere Dinge. Darunter auch Gefäße aus Holz, in denen sich angekohlte Kieselsteine befanden.

Mit Hilfe der Gaschromatographie-Massenspektronomie analysierten die Forscher die Schälchen und fanden darin enthaltene chemische Verbindungen. Dabei fanden sie auch solche, wie sie in Hanfpflanzen vorkommen. Sie wurden sowohl auf den Innenseiten der Holzgefäße und im Ruß, der an den Kieselsteinen haftete, entdeckt.

Es ist bekannt, dass in Ostasien seit mehr als 6.000 Jahren Cannabis kultiviert wird. Nur enthielt der Nutzhanf wenige Cannabinoide, weshalb er unter anderem für Seile, Kleidung und Tücher verwendet wurde. Doch in den Räuchergefäße stellte man deutlich höhere Cannabinoid-Mengen fest. Zwar wurden schon vorher solche Hanfsorten in China und Russland in Gräbern gefunden, jedoch gab es keine Indizien, dass die Pflanzen geraucht wurden.

Man geht davon aus, dass die Pflanze eventuell als Droge genutzt wurde, da die Menschen im Pamir-Gebirge extremen Lebensbedingungen ausgesetzt waren. Zudem steigt in diesen Höhenlagen der ultraviolette Anteil im Sonnenlicht, was die Produktion von Cannabinoiden ankurbelt.

Eine weitere Vermutung war, dass die Gefäße bei Ritualen verwendet wurden, bei denen auch Menschenopfer gebracht wurden. Um mit den Verstorbenen oder Göttern in Kontakt zu treten, könnten die Menschen bei den Ritualen oder eventuellen Bestattungen das Cannabis verbrannt haben. Die Menschen wussten halt damals schon, was gut ballert…

Das könnte dich auch interessieren:
Drogendealer stach auf Mann ein, weil dieser keine Drogen kaufen wollte
Toller Duft – Parfüm, das nach Ecstasy riecht
Undercover – coole, neue Ecstasy-Krimi-Serie auf ZDFneo
Londoner Aale haben Kokainprobleme durch Drogen im Abwasser