mirko loko cadenza


Der Schweizer DJ und Produzent Mirko Loko gehört seit einigen Jahren zur festen Cadenza-Crew und hat dort auch 2009 sein Debütalbum „Seventynine“ veröffentlicht. Seine ersten Veröffentlichungen machte er zusammen mit Landsmann Ripperton unter dem Namen Lazy Fat People – immerhin auf Labels wie Border Community, Wagon Repair oder Planet E.
Anfang März wird er auch auf dem Caprices Festival im schweizerischen Crans-Montana auflegen und so haben wir ihm ein paar Fragen bezüglich des Festivals, seinen Plänen für 2013 und seiner Verbindung mit Carl Craig gestellt …

Du spielst nicht zum ersten Mal auf dem Festival.
Ja, ich bin von Anfang an dabei gewesen. Es ist ja auch in der Nähe meiner Heimatstadt und es ist perfekt, wenn man Ski fahren und gute Musik hören möchte. Zum 10. Geburtstag in diesem Jahr habe ich von den Organisatoren eine Wild Card bekommen, denn ich durfte das LineUp für Samstag tagsüber auf der Terrasse des Cry D’Err in 2.200m Höhe zusammenstellen. Man hat dort oben einen sagenhaften Blick über die Alpen. Meine Gäste sind Ryan Crosson, Mathew Johnson, Cadenza-Kollege Cesar Merveille und Carl Craig, mit dem ich ein b2b-Set spielen werde.

Was kannst du uns über Crans-Montana sagen?
Crans-Montana ist ein typischer und sehr populärer Skiort im Kanton Wallis, der dem Festival einen sehr besonderen Charme verleiht.

Spielst du zum ersten Mal zusammen mit Carl Craig? Wann und wo habt ihr euch kennengelernt?
Carl habe ich vor 17 Jahren zum ersten Mal getroffen. Ich habe bei der Schweizer Radiostation „Couleur3“ gearbeitet und war damals großer Fan von ihm und der Detroit-Szene. Es ist sozusagen einer meiner Mentoren. Viele Jahre später (200)7 veröffentlichte ich dann mit meinem Projekt Lazy Fat People eine EP auf seinem Label Planet E und zwei Jahre später beehrte er mich mit der Zusage für einen Remix meines Tracks „Love Harmonic“.
2006 haben wir auch das erste Mal b2b gespielt sowie noch im September vergangenen Jahres. Er ist ein Superheld der elektronischen Musik und ich denke, er ist das perfekte Beispiel für Langlebigkeit in unserem teilweise doch sehr schnelllebigen Business. Ich habe großen Respekt vor ihm und dieser Leistung.

Lebst du noch in deiner Heimatstadt Lausanne? Was für ein Standing hat die Stadt gegenüber den helvetischen Metropolen wie Zürich, Genf oder Basel?
Ich lebe zur Zeit in Berlin, besuche aber regelmäßig meine Heimat. Lausanne ist natürlich nicht vergleichbar mit Zürich, Genf oder Basel, aber es ist meine Heimat. Die Schweiz ist ein ziemlich kleines Land, aber es gibt dort viele gute DJ und Produzenten.

Wie würdest du denn die Schweizer Szene beurteilen und einschätzen?
Wie gesagt, ein kleines Land mit vielen guten Protagonisten. Und mit einer großen Clubkultur. Die ist evt. ein Überbleibsel der überschäumenden Vergangenheit mit ihrer ersten Street Parade  und anderen großen Raves damals. Nach dieser erfolgreichen Startphase gab es 93 und 94 zahlreiche Club-Neueröffnungen und Festivals im ganzen Land. Es ist heutzutage natürlich wieder ruhiger als im goldenen Techno-Zeitalter, aber das Level der Produzenten ist immer noch sehr hoch und das gilt nicht nur für Cadenza.
Es gibt viele Labels und Kollegen, die ihre Leidenschaft seit vielen Jahren pflegen und mit vielen von denen stehe ich natürlich im Kontakt.

Im letzten Jahr hast du eine sehr feine Single auf Visionquest veröffentlicht, bei der du mit Francesco Tristano und Jaw von dOP zusammengearbeitet hast. Zwei sehr unterschiedliche Typen, wie kann es zu diesen Kollaborationen?
Francesco habe ich vor drei Jahren während des Movement-Festivals in Detroit kennengelernt und wir hatten direkt einen guten Draht zueinander. Er ist ein musikalisches Genie, vor allem was klassische Musik angeht. Aber er ist eben auch sehr leidenschaftlich was Detroit-Techno angeht. Seitdem standen wir in Kontakt und schließlich habe ich ihn mal zu mir eingeladen und wir haben dann zusammen eine Studio-Session gemacht.
Jaw habe ich auf einer Tour mit dOP kennengelernt, es war ein unvergesslicher Gig in Paris. Ich bin ebenfalls sehr begeistert von den Jungs und habe ihn dann eben auch zu seiner Session eingeladen. Er ist für mich der neue Robert Owens – in dem Sinne, dass seine Stimme seine Generation prägt.

Wir sehen deine weiteren Planungen für 2013 aus?
Ich stehe vor Vollendung meines zweiten Albums, auf dem es einige interessante Kollaborationen geben wird. Aber vor Herbst wird das wohl nicht fertig, denn jetzt steht erstmal der 10. Geburtstag con Cadenza im Fokus und natürlich steht ja auch dieses Jahr „Vagabundos“ auf Ibiza an …“

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