Am letzten Wochenende fand auf der Insel Rügen das „Her mit dem schönen Leben“-Festival statt. Das Gelände des Festivals lag nur einen Steinwurf von einem breiten Sandstrand entfernt, der vor allem vor der Abfahrt am Sonntag jeden zum Faulenzen und Baden verführte.

Das Seebad Prora in Binz steht mit seiner Geschichte in krassen Kontrast zu dem, was dort am Wochenende stattfand. Geplant von den Nazis, benutzt von Vertriebenen, der Roten Armee, der NVA und der Bundeswehr – nicht zwanghaft ein Ort, der Peace, Love and Unity ausstrahlt. Mittlerweile hat sich im „Koloss von Prora“ unter anderem aber eine moderne Jugendherberge niedergelassen. Es gibt Kunstprojekte und andere Veranstaltungen, die das Gelände umgestalten wollen. Um diesen Teil herum haben die Veranstalter aus München insgesamt fünf liebevoll gestaltete Floors errichtet. Drei davon waren Open Air, einer in einer Halle und einer in einem größeren Zelt.

Insgesamt traten über 75 DJs und Liveacts auf, darunter Robag Wruhme, Oliver Deutschmann, Madmotormiquel, ANA, Magit Cacoon, Lexer, Rampue, Kollektiv Ost, Oliver Schories, KiNK, Detroit Swindle, Psyk und Recondite.

Für ein Festival, welches zum ersten Mal stattfand, lief fast alles richtig. Nach langer Zeit mal wieder ein Wochenende, an dem die Leute fröhlich miteinander und nicht nur nebeneinander getanzt haben. Ein Festival, das mit Liebe zum Detail aufgebaut war, das Beste aus den hinderlichen Lautstärkebestimmungen nach 1 Uhr gemacht hat, ein durchdachtes Line-Up bot und generell wirkliche Realitätsflucht von Europawahl und Co bot. Nur das Champions League Finale drang in Alice‘ Hasenbau. Scheinbar gehört in Deutschland die Information über Fußball-Endspiele zu den Grundrechten, egal wie weit man flieht.
Das Einzige, was wirklich negativ auffiel waren die Sparmaßnahmen bei den Theken. Nicht nur, dass diese generell mit zu wenigen Leuten besetzt waren, um durstige Druffies zu versorgen, auch die Geschwindigkeit erinnerte an längst vergessene Großeltern in Pflegeheimen.
Schlussendlich trübt dies aber nicht die Erinnerungen an ein entspanntes Wochenende mit guter Musik, ausgefallener Location, ein wenig Kulturgeschichte und müden Beinen am Sonntag.

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