
Der neue „Tatort“ aus Köln führt tief in die Techno-Szene der 1990er Jahre. Die Folge „Colonius“ dreht sich um die Ermittlungen von Max Ballauf und Freddy Schenk, die den Mord an einem ehemaligen Szene-Fotografen aufklären sollen.
Schnell wird klar, dass der Fall eine Verbindung zur Vergangenheit hat: In den 90ern feierte das Opfer mit einer Clique im legendären „Colonius“-Turm, wo wilde Raves stattfanden. Die Spur führt zu drei ehemaligen Weggefährten, die nach Jahrzehnten wieder aufeinandertreffen.
Besonders faszinierend ist die Erzählweise der Folge. Zeitsprünge zwischen der pulsierenden Techno-Party von damals und den bedrückenden Verhören in der Gegenwart erzeugen einen spannenden Kontrast.
Die Vergangenheit wird mit intensiven, psychedelisch wirkenden Bildern rekonstruiert, die an Fotografien von Wolfgang Tillmans erinnern. Diese authentische Darstellung der 90er-Jahre-Techno-Ästhetik trägt viel zur dichten Atmosphäre des Films bei.
Doch „Colonius“ geht über eine reine Milieustudie hinaus. Der Krimi thematisiert Schuld, Verdrängung und die Frage, ob ein anständiges Leben die Fehler der Jugend wiedergutmachen kann.
Drehbuchautorin Eva Zahn beschreibt es so: „Kann ein anständiges Leben danach alles wiedergutmachen? Oder wird eine gelebte Lüge immer monströser, weil sie schwere Konsequenzen nach sich zieht?“
Die „Tatort“-Reihe hat sich schon zuvor mit elektronischer Musik befasst, etwa in „Der tiefe Schlaf“ (2008) oder „Hardcore“ (2001). Doch mit „Colonius“ steht die Techno-Szene erstmals im Mittelpunkt der Handlung und dient nicht nur als Hintergrundkulisse.
Der Film zeigt eindrucksvoll, wie der exzessive Lifestyle der 90er nachhallt und lange vergessene Geheimnisse wieder ans Licht kommen. Die Dreharbeiten fanden teilweise im realen Colonius-Turm statt, einem Wahrzeichen Kölns, das seit Jahren für die Öffentlichkeit gesperrt ist.
Tatort: Colonius
Sonntag, 9. März 2025
20:15 Uhr | Das Erste
Quelle: rnd.de
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