
Südhessen, Montagabend. Was klingt wie eine urbane Legende aus der Kategorie „das glaubt dir keiner“, hat sich tatsächlich so zugetragen: Ein Audi Q7 mit ausländischem Kennzeichen schoss mit 220 km/h über die A67, während der Fahrer über vier Promille im Blut hatte – ein Wert, bei dem andere längst nicht mehr laufen, geschweige denn ein Lenkrad halten könnten.
Ein aufmerksamer Autofahrer bemerkte den Wagen. Zickzack, viel zu dichtes Auffahren, irrationale Spurwechsel – das Ganze erinnerte eher an eine Mischung aus Mario Kart und russischem Roulette als an regulären Straßenverkehr. Der Zeuge reagierte blitzschnell: Polizei rufen, dranbleiben, dokumentieren. Ohne diese Zivilcourage wäre die Geschichte vermutlich nicht ohne Opfer ausgegangen.
Mit über vier Promille unterwegs
Das wilde Spiel endete an der A5 bei Einhausen. Die Polizei stoppte den Wagen, kontrollierte – und staunte nicht schlecht: 4,16 Promille beim Fahrer. Der Beifahrer toppte das Ganze sogar noch: Sein Wert lag so hoch, dass das Gerät kapitulierte. Ab 5 Promille schaltet es sich automatisch ab – mehr lässt sich nicht messen. Für die Beamten war klar: Hier hat nicht nur jemand die Kontrolle über sein Leben verloren, sondern gleich das ganze Auto mit in den Abgrund gezogen.
Konsequenzen: Führerschein weg
Das Ende vom Lied: Führerschein sofort weg, Blutprobe angeordnet, Sicherheitsleistung hinterlegt – denn der Mann hatte keinen Wohnsitz in Deutschland. Gegen ihn läuft nun ein Ermittlungsverfahren, das ihm neben einem langen Fahrverbot auch eine empfindliche Strafe einbringen dürfte. Eine Afterhour im Knast ist wohl wahrscheinlicher als eine baldige Rückkehr auf die Straße.
Zur Einordnung: Laut ADAC bedeutet 4 Promille für den menschlichen Körper bereits absolute Alarmstufe Rot. Motorik, Reflexe und Orientierung sind fast komplett ausgeschaltet. Ab 5 Promille kommt es fast immer zu Atemstillstand, Herzversagen oder Koma. Dass die beiden Männer nicht bewusstlos im Wagen lagen, sondern noch fahrtüchtig wirkten – wenn auch auf brandgefährliche Weise – grenzt an ein medizinisches Wunder. Mit über vier Promille sollte man allerdings wirklich nicht mehr Autofahren.
Quelle: spiegel.de
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