Mögliche Kriegsverbrechen: Zwei Israelis auf dem Tomorrowland verhaftet

Im Anschluss an das Tomorrowland-Wochenende im belgischen Boom sind zwei israelische Festivalbesucher von der Polizei festgenommen und vernommen worden. Hintergrund war eine Strafanzeige wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen, die von einer belgischen pro-palästinensischen Organisation eingereicht wurde.

Wie unter anderem The Guardian berichtet, ging bei den Behörden ein Hinweis ein, wonach die beiden Männer als ehemalige Angehörige der israelischen Streitkräfte (IDF) an schweren Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht beteiligt gewesen sein sollen – insbesondere im Zusammenhang mit Einsätzen im Gazastreifen. Die Anzeige wurde von der Hind Rajab Foundation (HRF) gestellt, einer in Belgien aktiven Menschenrechtsgruppe mit pro-palästinensischer Ausrichtung.

Laut HRF sollen die beiden Festivalgäste auf dem Gelände mit einer Flagge der Givati-Brigade gesehen worden sein – einer seit 1947 existierenden Infanterieeinheit der IDF, die in der Vergangenheit immer wieder mit schweren Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht wurde. Der Organisation zufolge gehören dazu unter anderem Angriffe auf Zivilisten, medizinische Einrichtungen sowie Fälle von Folter und Vertreibung.

Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft erklärte, sie habe aufgrund ihrer extraterritorialen Zuständigkeit in Kriegsverbrechensfällen gehandelt und daraufhin eine kurzfristige Festnahme veranlasst. Beide Männer wurden nach einer ersten Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.

„Nach den Befragungen wurden die Personen entlassen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Weitere Angaben zum laufenden Verfahren werde man derzeit nicht machen.

Vergangene Woche war auf dem Tomorrowland ein Feuer auf der Mainstage ausgebrochen. Die Bühne brannte vollständig ab.

Quelle: Mixmag

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