
Sie war schon immer ein Teil von ihm: Für den französischen Künstler Jérémy Souillart, der unter dem Künstlernamen MØME bekannt ist, ist Musik weit mehr als nur ein Beruf. Für MØME ist Musik eine Ausdrucksform, die verschiedene Emotionen erweckt, sie ist ein Lebensgefühl und eine Möglichkeit zugleich, die Welt um sich herum zu verstehen. Mit seinem neuen Album „California Calling“ öffnet er zusammen mit Ricky Ducati ein neues musikalisches Kapitel. Das Album, das aktuell erschienen ist, handelt von Intimität, Reflexion und tiefem Vertrauen.
MØME wurde mit seinem Hit „Aloha“ international bekannt. Sein Debütalbum „Panorama“ brachte ihm Gold-Status und Auftritte auf großen Festivals. Er kombiniert French-Touch, House und Indie-Electronica zu einem melodischen, aber dennoch entspannten Sound. Ricky Ducati ist ein kanadischer Sänger und Songwriter, der aktuell in Los Angeles beheimatet ist und mit dem MØME schon lange zusammenarbeitet. Er ist für seine markante Stimme bekannt und sorgt immer wieder für Aufsehen. Gemeinsam starteten sie 2016 ihre Kooperation, die mit Singles wie „Sail Away“ und dem Projekt „Flashback FM“ Erfolge feierte. Hits wie „Got It Made“ und „Moves“ zeigen ihre Fähigkeit, nostalgische Sounds modern zu interpretieren. Auch heute arbeiten sie über Kontinente hinweg zusammen und veröffentlichen neue Tracks wie „Blue Summer“, die ihre elektronische Handschrift tragen.
Die Anfänge von MØME prägten den Rahmen für das heutige Werk „California Calling“. Nach der Anfangszeit entfernte Jérémy sich im Laufe der Jahre zunehmend von seinem ursprünglichen künstlerischen Kern. „Jedes Kapitel endete, wenn ich das Gefühl hatte, mich zu verlieren, wenn ich spürte, dass ich mich in die falsche Richtung für die langfristige Zukunft meines Projekts bewegte. Das war in den letzten Jahren der Fall, als ich anfing, intensiv als DJ auf Tour zu gehen, Tracks zu spielen, die nicht wirklich widerspiegelten, wer ich bin, und ich mich zunehmend an das Publikum und die Live-Angebote anpasste, die ich bekam.“ Die Vielfalt an Optionen begann das zu überlagern, was er eigentlich künstlerisch tun wollte. Obwohl das Touren als DJ und das Produzieren von clubtauglichen Tracks gut funktionierten, merkte er, dass dies ihn nicht zu 100 Prozent repräsentierte. Erst später zog er Konsequenzen und kehrte zu einem intimeren Zugang zu Musik zurück – Jérémy spielte wieder live in Bars anstatt als DJ in Clubs. Dieser Schritt markierte die bewusste Rückbesinnung auf das, was sich für ihn natürlich und authentisch anfühlte.
Im Zuge dieser Phase brachte MØME einen alten Partner und Freund zurück: Mit Ricky Ducati veröffentlichte er „Sail Away“, einen Track, dessen Produktionsprozess ihn erkennen ließ, dass sie beide die Musik in den Fokus stellen und dass sich ihre Zusammenarbeit ganz natürlich fügte. So war schnell klar, dass ihr neuestes Album „California Calling“ lange vorbestimmt war.
Für beide Künstler ist „California Calling“ mehr als nur ein Album. Es ist ein Zeugnis ihrer gemeinsamen Reise, ein Ausdruck ihrer Freundschaft und ein Beweis dafür, dass Musik, die aus dem Herzen kommt, Menschen bewegen kann. Das Album ist von Nostalgie geprägt und verbindet Nu-Disco, Synth-Pop sowie klassische Electro-Indie-Sounds zu einem facettenreichen Werk. Tracks wie „Burnin’“ schwanken zwischen Intensität und Zerbrechlichkeit, „Do You Know Me?“ umarmt Unschuld und Verletzlichkeit, während „Way I Move“ pure Vitalität und Freude vermittelt. Das neue Album bringt musikalisch wie auch persönlich den Facettenreichtum beider Künstler zusammen. Es bleibt spannend, was MØME weiterhin veröffentlichen wird. Eines steht jedoch fest: Für Jérémy ist es laut eigenem Bekunden ein Herzensanliegen, seinen Kindern die Liebe und Treue zu seiner musikalischen Klangwelt erlebbar zu machen.
Aus dem FAZEmag 169/03.2026
Text: Anil Mustafa
Foto: Victor Marcadet
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