Vor einigen Monaten ins Leben gerufen, läuft die Moskovskaya Producer Challenge powered by FAZEmag auch in 2020 weiter! Der letzte Aufruf kam von Pretty Pink, deren Produktionen bereits auf Labels wie Suara, Armada Deep und Universal gepusht wurden. Die international gefeierte DJane und Produzentin wählte nun zusammen mit FAZEmag den nächsten Gewinner aus. Wir gratulieren herzlich Thomas Beyer, der mit seinem Track „Dark Woods“ das Rennen machte.


Herzlichen Glückwunsch, Thomas! Stellen wir dich unseren Lesern doch etwas genauer vor. Wie hat bei dir alles angefangen?

Als Zehnjähriger hat mich die Rave-Szene aus Berlin angesteckt. Noch zu jung für die Loveparade, habe ich das Spektakel stundenlang vor dem TV live mitverfolgt. Ich glaube, damit fing alles an. Nach der Jahrtausendwende, mit den ersten Clubbesuchen, habe ich mich auch selbst im Musikmachen versucht. Angefangen mit verschiedensten Software-Tools wie Traktor DJ oder Serato, über das Spielen mit Platten bis hin zu Live-Gigs habe ich alles ausprobiert. Schlussendlich bin ich beim Pioneer-Clubstandard hängengeblieben.

Mit Ableton Live bin ich erstmals so 2008, 2009 in Berührung gekommen und habe es lieben gelernt. Musikproduzieren konnte man es zu der Zeit noch nicht wirklich nennen, doch es eröffnete sich mir eine noch nie dagewesene, unbekannte und komplexe Welt, von der ich mehr verstehen wollte!

Wer hat dir beim Erkunden dieser neuen Welt weitergeholfen?

Ganz viel habe ich selbst erlernt – Trial and Error! Außerdem unzählige Stunden Online-Tutorials geschaut, um zu verstehen, welche Aufgaben unter anderem EQs, Kompressoren, Limiter und andere Tools in einer Produktion haben und wie man diese richtig einsetzt. Aber auch der Austausch mit anderen Künstlern haben meinen Horizont erweitert. Ich war auch kurzweilig bei der VibraDJ-School in Leipzig als Schüler eingetragen, um die Grundlagen der Musikproduktion zu erlernen. Musik zu machen und zu produzieren wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Ich stamme allerdings nicht aus einer musikalischen Familie und kann auch sonst kein Instrument spielen. Mit den technischen Möglichkeiten von heute, habe ich jedoch das Gefühl ein ganzes Orchester zu leiten!

Wie ist dein Studio heute aufgebaut?

Ich habe lediglich ein kleines Homestudio und durch meinen Umzug in diesem Jahr ist es sogar noch minimalistischer geworden. Ich arbeite mit einer Windows-Workstation und unterwegs nutze ich mein Macbook. Auf beiden Geräten läuft Ableton Live. Mittlerweile in der Version 10. In fast all meinen Tracks kommt der Mini V3 von Arturia und Diva von U-he zum Einsatz. Die Plug-Ins bringen den starken Moog-Sound in meine Songs. Zusätzlich besitze ich das komplette Package von Native Instruments, Arturia, Ozone und einige Waves Plug-Ins. Als Interface nutze ich das Arturia Audiofuse. Es ist für mich eines der flexibelsten Interfaces – Top-Sound, gleichzeitig ein Monitorcontroller, sehr mobil, genügend Ein- und Ausgänge und es ist solide verarbeitet. Das Monitoring von Neumann, KH120A, der AKG Kopfhörer, K271-II, und zwei Akai Midi-Controller runden mein Studio ab.

Was macht deinen Track „Dark Woods“ aus – worauf hast du hier besonderen Wert gelegt?

Diesen Monat wurde die Challenge von Pretty Pink promotet und das Thema der Nummer sollte zu ihr passen, ohne dass ich mein Genre verlassen muss. Neben dem kräftigen Moog-Sound und der melancholischen Atmo habe ich darauf geachtet, den Song mit hölzernen Percussions zu unterstützen und dem Lied mehr Groove zu verleihen. Mit etwas Wodka und Döner war der Rest eigentlich nur noch Formsache – “Dark Woods” war geboren!

Wie lange hast du an dieser Produktion gearbeitet?

Ich hatte den Track in anderer Form schon eine Weile auf der Festplatte liegen. Er war ursprünglich als Song für mein kommendes Album „Captivated” gedacht. Doch irgendwie habe ich mich darin verloren und kein Ende gefunden. Diese Challenge hat mich jedoch neu inspiriert und das Thema passte einfach perfekt!

Wo können wir dich hören?

Am Wochenende bin ich vorrangig in und um Leipzig unterwegs. Zweimal im Jahr stehe ich auch im Palais Club in München hinter den Decks und sorge mit meinem DJ-Kollegen Marc Werner für einen gepflegten Afterhour-Abriss! Für weitere Gigs ist natürlich immer noch Platz im Kalender. Vor allem eine Festival-Tour würde mich sehr reizen.

Welcher Artist oder welches Label inspiriert dich momentan am meisten?

Für Inspiration sorgen Labels wie Stil vor Talent, Afterlife, Diynamic und Anjunadeep.

Welches Ziel verfolgst du mit deinen Produktionen? Wohin soll die Reise gehen?

Neben dem höheren Bekanntheitsgrad und einem vollen Booking-Kalender, was sich sicherlich alle DJs & Produzenten wünschen, möchte ich mich persönlich weiterentwickeln und mein Handwerk auf ein neues Level heben. Gern möchte ich die elektronische Musik von morgen mit meinem Sound prägen. Dies wird sicherlich eine lange Reise, aber ich freue mich darauf und werde daran arbeiten!

 

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