
08.08.2025 · Am Schloss Broich, Mülheim an der Ruhr
MÜLHEIM SUMMER OPEN AIR 2025
Line-up: David Puentez, Jasmin Blust, Noel Holler, liquidfive, KAF3R
Im vergangenen Monat haben wir euch über das bevorstehende Open-Air-Highlight in Mülheim an der Ruhr informiert. In dieser Ausgabe lassen wir die Protagonisten zu Wort kommen.

Jasmin Blust
Jasmin Blust denkt nicht in Genres, sondern in Emotionen. Ihre Sets sind wie Roadtrips – eine musikalische Reise mit Gefühlen und Gänsehautmomenten.
Wann wurde dir klar, dass du DJ werden möchtest?
Die Idee kam eigentlich ganz organisch – durch meine Festivalbesuche. Vor allem auf dem Tomorrowland hat mich dieser Vibe total gepackt. Diese Energie, die Musik, das Gefühl, mittendrin zu sein – das hat mich nicht mehr losgelassen. Irgendwann habe ich mich gefragt: Warum eigentlich nicht selbst auflegen? Also habe ich mir ganz spontan einen Controller geholt und einfach angefangen. Meine ersten Mix-Versuche sind sogar noch auf meinem Instagram-Profil – wenn ich die heute sehe, muss ich echt lachen, wie zurückhaltend ich damals war. Aber so ist das am Anfang: Man startet klein, sammelt Erfahrungen – und wächst rein. Und genau das ist das Schöne daran.
Wie sieht dein perfekter Festival-Tag aus – backstage und on stage?
Ich bin meistens viel früher vor Ort. Ich will nicht auf den letzten Drücker irgendwo reinspringen. Für mich ist es wichtig, in Ruhe anzukommen, den Vibe vor Ort aufzusaugen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Ich habe oft Freunde dabei, das macht’s entspannter. Ich schaue mir die Stage an, spüre die Atmosphäre und hab dabei eigentlich schon ein gutes Gefühl, in welche Richtung mein Set gehen könnte. Sobald ich dann auf der Bühne stehe, blende ich alles aus. Ich bin komplett im Moment. Ich spiele kein vorgefertigtes Set, ich gehe voll auf das Publikum ein. Natürlich bleibe ich dabei meiner musikalischen Linie „Melodic Techno“ treu. Und genau das macht jeden Gig so besonders!
Was war dein größter WTF-Moment beim Auflegen?
Ich hatte zum Glück bislang nur positive WTF-Momente. Einer war definitiv mein Set „Am Blankenwasser“. Ich durfte mit Mind Against, Jimi Jules und Sven Väth spielen – drei Artists, zu denen ich selbst aufblicke. Die Location war unfassbar schön, es war warm, die Sonne schien, und irgendwann stand ich einfach dort auf der Bühne und hab mich gefragt: Was passiert hier gerade eigentlich? Das war einer dieser Momente, in denen man kurz innehält, obwohl alles um einen herum in Bewegung ist. Da habe ich realisiert: Ich bin gerade mittendrin in dem, was ich mir gewünscht habe.
Wie wichtig sind dir Social Media und Reichweite im DJ-Alltag?
Es ist ein Teil des Ganzen geworden – und ich nutze es bewusst. Ohne Social Media hätte vieles bei mir wahrscheinlich nicht so schnell Fahrt aufgenommen, es ist ja quasi ein Portal zu der ganzen Welt. Man kann so viele Menschen über die sozialen Medien erreichen und inspirieren.
Aber ich versuche, es auf meine Art zu machen. Ich will nicht permanent Content produzieren, der nichts mit mir zu tun hat. Ich teile nur, was sich für mich richtig anfühlt. Und das merken die Leute auch.
Bei welchem Song rastest du heute noch komplett aus – obwohl er schon zig Jahre alt ist?
„Innerbloom“ von Rüfüs du Sol. Der Song trägt so viel Emotion in sich – ich spüre ihn jedes Mal, egal wann oder wo ich ihn höre. Man merkt sofort, dass der Song im Raum was verändert. Viele in der Crowd schließen die Augen, lassen los. Der ist einfach zeitlos und hat für mich eine besondere Bedeutung
Was würdest du machen, wenn du morgen keine Musik mehr machen dürftest?
Ich würde wahrscheinlich erst mal alles dafür tun, dass es doch irgendwie wieder möglich wird. Die Musik begleitet mich den ganzen Tag, dass ich mir nicht vorstellen kann, einfach damit aufzuhören. Und wenn es wirklich gar keinen Weg mehr gäbe, dann würde ich trotzdem weiter auf Festivals gehen – einfach um diesen Vibe, diese Energie nicht zu verlieren.

liquidfive
Vom Drummer zum Producer. Hinter liquidfive steckt ein erfahrener Musikmacher, ein regelrechtes Produzentenpowerpaket. Er weiß nicht nur, wie sich Hits anhören, sondern vor allem anfühlen müssen.
Wann wurde dir klar, dass du DJ werden möchtest?
Als ich nach meiner Bandzeit auf Ibiza sah, wie Sander van Doorn meinen ersten Track ‚Freedom‘ spielt – war klar: Das ist mein Weg.
Wie sieht dein perfekter Festival-Tag aus? Backstage und on Stage?
Sonne im Gesicht, gute Vibes im Backstage, Adrenalin vorm Set – und dann die Crowd ausrasten sehen. Besser geht nicht.
Was war dein größter WTF-Moment beim Auflegen?
Einmal hat mitten in der Show ein Player den Geist aufgegeben – keine Vorwarnung, nix. Kurz Panik, dann improvisiert. Lief am Ende sogar besser als geplant – aber WTF-Moment deluxe!
Wie wichtig sind dir Social Media und Reichweite im DJ-Alltag?
Social Media gehört heute einfach dazu – aber Reichweite ohne gute Musik ist wie ein leerer Club mit fettem Licht.
Bei welchem Song rastest du heute noch komplett aus – obwohl er schon zig Jahre alt ist?
Ja ‚Don’t You Worry Child‘ von Swedish House Mafia – jedes Mal Gänsehaut. Der Track hat einfach Seele.
Was würdest du machen, wenn du morgen keine Musik mehr machen dürftest?
Irgendwas mit Tieren oder Natur. Aber ehrlich, ich würd’s trotzdem irgendwie weitermachen.

KAF3R
Wenn Visionen kompromisslos verfolgt werden: Der junge Brasilianer zeigt der Welt, dass jeder Mensch seine Träume verwirklichen kann – ganz egal, woher er kommt.
Wann wurde dir klar, dass du DJ werden möchtest?
Mir wurde klar, dass ich DJ werden wollte, als ich begriff, welche Kraft Musik hat, um das Leben der Menschen zu verändern und sie all ihre Probleme vergessen zu lassen. Das wurde mir klar, als ich meine ersten Konzerte mit elektronischer Musik besuchte – es war Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste, dass eine andere Art von Energie im Spiel war.
Wie sieht dein perfekter Festival-Tag aus? Backstage und on Stage?
Vor jeder Show bereite ich meine Sets sorgfältig vor und mache sie speziell für jeden Ort, an dem ich auftrete. Sobald ich auf der Bühne stehe, gebe ich alles, um einen einzigartigen und unvergesslichen Moment zu schaffen.
Was war dein größter WTF-Moment beim Auflegen?
Das war bei einem Festival in meiner Stadt. Ich war der letzte DJ des Abends, und plötzlich wurde der Ton abgestellt, weil ich zu lange gespielt hatte. Alle waren immer noch super aufgedreht und tanzten – und plötzlich hörte alles auf.
Wie wichtig sind dir Social Media und Reichweite im DJ-Alltag?
Die sozialen Medien sind für mich ein Weg, um mit den Leuten rund um mein Projekt in Kontakt zu treten und Beziehungen aufzubauen. Dort teile ich meine Musik mit meinen Followern und inspiriere hoffentlich auch andere.
Bei welchem Song rastest du heute noch komplett aus – obwohl er schon zig Jahre alt ist?
Für diejenigen, die es nicht wissen: Ich habe wegen Vintage Culture angefangen zu produzieren. Ein Track, der mir immer im Gedächtnis geblieben ist, ist sein Song „In The Dark“. Da bekomme ich immer noch Gänsehaut.
Was würdest du machen, wenn du morgen keine Musik mehr machen dürftest?
Ich hoffe, dass das nie passiert, aber ehrlich gesagt, würde das Leben für mich seinen Sinn verlieren.

Noel Holler
Wenn der Bass droppt, geht bei ihm der Puls hoch. Noel Holler verbindet jugendliche Energie mit internationalem Sound.
Wann wurde dir klar, dass du DJ werden möchtest?
Mit 14 – da war ich auf dem Internat, hatte den ganzen Tag nichts zu tun, aber da stand halt ein DJ-Pult rum. So kam ich erstmal zu dem Ganzen, hab‘s geliebt und wusste dann auch ziemlich schnell, dass ich weiter machen möchte.
Wie sieht dein perfekter Festival-Tag aus? Backstage und on stage?
Viel Schlaf, gutes Essen und leckere Drinks.
Was war dein größter WTF-Moment beim Auflegen?
Klingt cheesy, aber grade solche Momente habe ich aktuell eigentlich andauernd, wenn ich mir anschaue, wo wir mittlerweile sind und was wir auf die Beine stellen gemeinsam als Community. Schau dann oft in die Crowd und denk mit „WTF, wie bin ich hier gelandet“.
Wie wichtig sind dir Social Media und Reichweite im DJ-Alltag?
Social Media ist schon einfach total wichtig und gehört dazu – die Reichweite ist dann gefühlt sowas wie die „Währung“. Ich habe aber das Glück, gute Leute um mich zu haben und vor allem eine gute Community, sodass das Ganze auch Spaß macht ohne sich da auf irgendwas versteifen zu müssen oder die ganze Zeit nur Zahlen und Reichweite im Kopf zu haben.
Bei welchem Song rastest du heute noch komplett aus – obwohl er schon zig Jahre alt ist?
Fatima Yamaha – What’s a Girl to Do
Was würdest du machen, wenn du morgen keine Musik mehr machen dürftest?
Ich würde Pilot werden!
Aus dem FAZEmag 160/06.2025
Web: www.muelheim-events.de