Musikjunkies können nicht ohne Musik. Auch auf der Arbeit nicht. Und wir wissen ja alle, dass Musik die Konzetration fördert. Oder ist das ein Irrglaube? Nun gibt es Kontroversen wie hilfreich das Musikhören im Büro tatsächlich ist und ob es die Konzentration fördert oder eben doch behindert.

Nicht wenige Menschen konsumieren gefühlt jede freie Minute Musik. Ist auch kein Wunder. Musik ist ja mit das schönste auf unserem Planten.  Immerhin „ist das Leben ohne Musik ein Irrtum“ meinte mal der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche. Wo er recht hat, hat er recht. Viele Menschen hören nicht nur in ihrer Freizeit, sondern auch beim Arbeiten oder zum Lernen Musik, weil sie ihnen vor allem ein positives Gefühl schenkt, während man ackert. Das hat allerdings eher Nachteile für die Konzentration, meint der Neuropsychologe Lutz Jäncke. Er warnt vor zu emotionaler Musik mit Gesang und besonders Schlagermusik, wie die von unserer Helene Fischer. Jäncke empfiehlt deshalb nur ganz bestimmte Musik-Genres beim Arbeiten zu hören oder auch mal ohne Musik auszukommen zugunsten der Produktivität.

In einem Interview mit der Zeit Online erklärt Jäncke es so: „Die Musik muss leise, harmonisch und vorhersehbar sein, um das Gehirn möglichst wenig zu beanspruchen. Das heißt: Sie darf nicht überraschen und sie darf nicht allzu viel in uns auslösen. Für den einen ist das ein Klavierkonzert oder ein langsames Gitarrenstück, für den anderen ist es Techno, bei dem sich die Motive immer wiederholen.“

Naja Techno ist zwar nicht für jeden monoton und unemotional, aber die Botschaft ist selbst bei uns Technojunkies angekommen. Lieber unaufgeregte, meditative Beats, anstatt anregendes Gebretter. Verstanden.

Wenn der Arbeitsplatz eine stille Atmosphäre bieten kann, dann empfiehlt Jäncke sogar eher auf den parallelen Musikkonsum zu verzichten. Denn wenn das Gehirn auf Hochtouren läuft, stört eben die Musik als weiterer Reiz die Konzentration. Trotzdem glauben viele Menschen fest daran, dass sie durch das Musikhören sich besser konzentrieren können. Nach Jänckes Untersuchungen gibt es einen Grund für diesen Glauben: Musik löst schöne Gefühle aus. Obwohl Musik nun eher die Konzentration stört und das Gehirn messbar überfordert zu sein scheint, fühlen wir uns besser mit Melodien und Bässen auf den Ohren. Vielleicht hat ein Mensch, der Musik im Büro hört, am Ende des Tages weniger geschafft, als seine Kollegen. Aber dafür geht er glücklicher und weniger gestressten nach der Arbeit nach Hause. Heimkehren mit dem Gefühl etwas erlebt zu haben, so Jäncke.

Jetzt muss jeder selbst entscheiden, wie er seine Prioritäten setzt. Lebensqualität oder Karriere. Vielleicht lässt sich beides ja sogar vereinen mit der richtigen Musikauswahl. Kleiner Tipp der Redaktion: mit House Musik und Techno macht ihr nichts falsch, aber Stille kann ab und zu auch sehr wohltuend sein.

Foto: pixaby

Quelle: Interview Zeit Online

 

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